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Ein Umzug, ein Aufenthalt auf Zeit an einem anderen Ort oder einfach kein Keller: Die Gründe für die Anmietung von Lagerraum sind vielfältig.

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    "Selfstorage": Privater Lagerraum für mobile Menschen

    Viele Arbeitnehmer müssen häufig umziehen. Manchmal passt der alte Hausrat nicht mehr in die neue Wohnung. Aussortieren, verkaufen, wegwerfen? Es gibt auch eine andere Möglichkeit: Speziell anmietbaren Lagerraum, sogenanntes "Selfstorage".

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    Von
    • Nikolaus Nützel

    Ein abgezäuntes Gelände am Stadtrand von München. Darin ein Neubau mit wenigen Fenstern. Hier stapeln sich Umzugskisten, Küchenmöbel, Sofas und anderer Hausrat, den Kunden in insgesamt 900 Abteilen lagern. Fast alle dieser blickdicht aus Blech gebauten Lagerräume sind vermietet.

    "Die meisten Kunden sind bei uns, die sich in einer Umstellungsphase befinden: Zum Beispiel Umzug oder Renovierung oder Auslandsreisen." Alina Lukas, Standortleiterin

    In die Lagerräume kann nicht hinein geblickt werden

    In der modernen Lagerhalle können Abteile in einer Größe zwischen einem und 50 Quadratmetern angemietet werden. Was darin so lagert, ist weder von drinnen noch von außen zu erkennen. Ein leerer Lagerraum, nur etwa fünf Quadratmeter groß, hält in einer Ecke dann aber doch noch eine Überraschung bereit.

    "Da hat jemand ein Bild da gelassen, sehe ich gerade. Man findet manchmal die Sachen, die vergessen wurden. Es ist immer eine Überraschung." Alina Lukas

    Oft sind es solche Erinnerungsstücke wie dieses kleine Ölbild, das eine Unterwasserlandschaft zeigt, der Grund weshalb Menschen Stauraum anmieten. Sie können sich von vielen Dingen einfach nicht trennen, wissen aber auch nicht so recht, wohin damit.

    Sicherheit der Parzellen wird groß geschrieben

    Obwohl es meist keine sonderlich wertvollen Dinge sind, die eingelagert werden, wird Sicherheit ganz groß geschrieben:

    "Unser Kunde hat den Zugang mit dem Zugangscode. Zugang hat der Kunde immer von 6 bis 22 Uhr. Nach 22 Uhr wird die Alarmanlage eingeschaltet. Der Sicherheitsdienst kommt, schaut sich das Gebäude an, ob alles stimmt." Alina Lukas

    Monatsmiete 20 Euro pro Quadratmeter

    Anmietbare Lagerflächen gibt es mittlerweile an vielen Orten, vor allem in Großstädten. Die Qualität der Flächen unterscheidet sich zum Teil erheblich, ebenso die Preise. In diesem Fall kosten fünf Quadratmeter Stauraum rund 100 Euro. Also 20 Euro pro Quadratmeter, mehr als die Durchschnittsmiete für Wohnraum in München.

    Nicht voreilig entscheiden

    Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt, sich genau zu überlegen, ob die angebotenen Flächen geeignet sind. Dabei spielen ganz praktische Überlegungen eine Rolle.

    "Komme ich da überhaupt schnell hin? Ist der Weg einfach? Ist das Beladen meiner Möbel vom Auto in den entsprechenden Ort, ist das einfach, gibt es da Hilfsmittel. Also sowas sollte man schon im Auge halten." Georg Tybra, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

    Bei guten Anlagen gibt es das alles: Gute Parkmöglichkeiten direkt vorm Lagerhaus, einen großen Lastenaufzug, kleine Handwagen für den Transport, breite Gänge, ausreichend Beleuchtung - und manche bieten sogar Musik in den Gängen, damit das ganze nicht so trist wirkt.

    "Alle sind abgeschlossen mit einem Vorhängeschloss. Der Schlüssel hat nur Kunde. Und es ist alles sauber, trocken, sicher. Die Sachen sind auch versichert. Alina Lukas

    Lagergut kann versichert werden

    Eine Basisversicherung kostet hier sechs Euro im Monat - bei einer Deckungssumme von 4.000 Euro. Um insgesamt Kosten zu sparen, empfiehlt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, von vornherein nicht gleich zu viel Stauraum anzumieten. Es darf bis unter die Decke gestapelt werden.

    "Vor allen Dinge, wenn man clever packt, kann man doch viel auf wenig Raum unterbringen. So ein kleiner Anhaltspunkt: da reichen vier Quadratmeter, um eventuell die Sachen einer Zweizimmerwohnung unterzukriegen. Georg Tybra

    Corona-bedingt soll die Nachfrage nach Stauraum gestiegen sein, ist von Vermietern solcher Lagerflächen zu erfahren. Auch, weil manche Kunden zu Hause Platz für ein Homeoffice schaffen wollen. Wer Papier, Akten, Bücher oder andere empfindliche Sachen auslagern möchte, sollte allerdings aufpassen, wo er so etwas unterstellt.

    "Man muss auf die Luftfeuchtigkeit achten. Die muss relativ konstant sein, sonst fängt es an zu schimmeln. Also da muss man sich den Anbieter schon genau angucken, damit man nicht hinterher böse Überraschungen erlebt." Georg Tybra

    Lagerraum fällt unter Gewerbemietrecht

    Aufmerksam sollte man ebenfalls das Kleingedruckte im Vertrag lesen. Und dabei auf Kündigungsfristen oder auf die Mindestmietdauer achten. Denn beim Gewerbemietrecht, unter das die Räume in einem "Selfstorage" fallen, gilt in der Regel nur, was schriftlich vereinbart wurde. Mieterschutz wie bei Wohnungsmietverträgen gibt es hier nicht.

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