Der Würzburger Thermoisolationsspezialist Va-Q-Tec wird von einem schwedischen Investor übernommen.
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Der Würzburger Thermoisolationsspezialist Va-Q-Tec wird von einem schwedischen Investor übernommen.

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Schwedisches Unternehmen übernimmt Würzburger Va-Q-Tec

Der Thermo- und Isolationsspezialist Va-Q-Tec wird von einem schwedischen Unternehmen übernommen. In Zukunft sollen die Geschäfte mit Thermo-Boxen in verschiedenen Bereichen weiter ausgegliedert werden. Die Übernahme wurde Ende 2022 vereinbart.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Mainfranken am .

Während Corona sind die Kühlboxen von Va-Q-Tec überall auf der Welt unterwegs gewesen. Denn die Impfstoffe benötigten bestimmte Minusgrade, um nicht kaputt zu gehen. So hat sich die Würzburger Firma einen internationalen Namen gemacht. Nun geht der Thermo- und Isolationsspezialist für bis zu 384 Millionen Euro an den schwedischen Finanzinvestor EQT. Der hat bislang 85,75 Prozent des Grundkapitals von Va-Q-Tec erworben. Für die etwa 600 Arbeitsplätze hat die geplante Übernahme laut eines Unternehmenssprechers erst einmal keine unmittelbaren Auswirkungen. Die Gründerfamilien sollen weiterhin an Va-Q-Tec beteiligt bleiben. So bleibt Gründer und Firmenchef Joachim Kuhn etwa im Amt. Und auch am Unternehmenssitz Würzburg ändert sich nichts. Man sei "tief verwurzelt mit der Region", heißt es von einem Unternehmenssprecher.

Übernahme bereits im letzten Jahr vereinbart

Im Dezember wurde die Übernahme vereinbart, die jetzt am 6. Juli 2023 vollzogen werden soll. Das im Jahr 2000 gegründete Va-Q-Tec stellt unter anderem Transportboxen und Container mit Wärme- und Kältedämmung her, etwa für Medikamente oder Impfstoffe. Vor allem durch die Corona-Pandemie hatte das Geschäft in der jüngsten Vergangenheit zusätzlichen Rückenwind erfahren. Seit 2016 ist Va-Q-Tec börsennotiert. Neben dem Stammsitz in Würzburg verfügt es über weitere Standorte in Europa, Amerika und Asien.

Va-Q-Tec soll fusionieren und wachsen

Das schwedische Investmentunternehmen EQT ist bereits Hauptanteilseigner des schwedischen Unternehmens Envirotainer. Das entwickelt, fertigt und vermietet temperaturkontrollierte Container, die hauptsächlich für den Lufttransport von Biopharmaprodukten verwendet werden.

EQT will Va-Q-Tec aufspalten und das dominierende Geschäft mit dem Verkauf und der Vermietung von Tiefkühl-Behältern für die Pharma-Branche mit Envirotainer fusionieren. "Damit haben wir die Möglichkeit, ein One-Stop-Shop-Produktangebot für temperaturempfindliche Pharma-Logistiklösungen aufzubauen", sagt EQT-Partner Matthias Wittkowski.

Das übrige Va-Q-Tec-Geschäft – mit Thermo-Boxen für andere Branchen sowie mit Dämmstoffen für Kühlschränke, Rohre, aber auch für Hochtemperatur-Batterien und Brennstoffzellen – soll weiterhin unter dem gleichen Namen in einer eigenständigen Gesellschaft ausgebaut werden, so das Unternehmen. Das Bundeskartellamt hat der Übernahme Mitte Juni zugestimmt.

Münchner Holdinggesellschaft hat Aktien gesichert

Direkt übernommen wird Va-Q-Tec den Plänen zufolge von der in München ansässigen Fahrenheit AcquiCo GmbH, die letztendlich zum schwedischen Investmentunternehmen EQT AB gehört. Die Fahrenheit AcquiCo GmbH hat sich insgesamt 85,75 Prozent aller ausgegebenen Aktien von Va-Q-Tec gesichert, einschließlich der von den Gründerfamilien gehaltenen Aktien. Die Gründerfamilien hätten allerdings auch in den beiden zukünftigen Unternehmensteilen jeweils signifikant investiert und würden so stark involviert bleiben.

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