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Scoring
© colourbox / Bearbeitung: BR

Autoren

Maximilian Zierer
Oliver Schnuck
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Scoring

Wie kreditwürdig sind Verbraucher? Das bewerten sogenannte Auskunfteien. Die bekannteste ist die Schufa. Sie verfügt über Daten zu 67,5 Millionen Personen in Deutschland und errechnet, mit welcher Wahrscheinlichkeit Verbraucher Zahlungsforderungen begleichen werden. Wie sie dabei genau vorgeht, ist ihr Geschäftsgeheimnis.

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Mehr als 2.000 Schufa-Auskünfte ausgewertet

Datenjournalisten des Bayerischen Rundfunks und des "Spiegel" haben jetzt gemeinsam mehr als 2.000 Schufa-Auskünfte ausgewertet. Diese hatte die Initiative Open-Schufa gesammelt und anonymisiert zur Verfügung gestellt. Repräsentativ ist der Datensatz nicht - Männer sind überrepräsentiert, ältere Menschen unterrepräsentiert - aber er gibt Hinweise, wie das Scoring funktioniert.

Positive Bewertungen bei Schufa können immer noch Risiko bedeuten

Die Schufa selbst gibt an: Von mehr als 90 Prozent aller Verbraucher habe sie nur positive Vertragsinformationen gespeichert. "Und das ist auch gut so", heißt es auf der Schufa-Website, denn das könne dem Verbraucher das Leben leichter machen. Doch die Auswertung von BR und "Spiegel" zeigt: Nur positive Informationen bedeuten noch lange keinen einwandfreien Score. Im Gegenteil: Von jenen Verbrauchern im Datensatz, zu denen ausschließlich positive Merkmale vorliegen, bescheinigt die Schufa jedem Achten ein nur zufriedenstellendes bis erhöhtes oder gar hohes Risiko im Basisscore.

Schlechte Bewertung bei Schufa: Vielleicht kein Handyvertrag

Ob dieses Urteil etwa auf der Zahl der Girokonten basiert, oder ob vielleicht doch die zweite Kreditkarte den Ausschlag gab, erfahren die Verbraucher von der Schufa nicht. Eine solche Bewertung kann jedoch dazu führen, dass die Betroffenen keinen Handyvertrag bekommen oder ihren Kreditrahmen nicht erhöhen können.

Oft beruht Schufa-Bewertung auf drei oder weniger Informationen

Oft weiß die Schufa zudem weniger als gedacht. Bei fast einem Viertel der Personen im Datensatz beruht die Bewertung auf drei oder weniger Informationen aus dem Wirtschaftsleben, zum Beispiel ob die Person ein Girokonto oder eine Kreditkarte hat. Trotzdem berechnet die Schufa auch in diesen Fällen eine genaue Prognose der Kreditwürdigkeit. Auf BR-Anfrage zu ihrer Arbeitsweise antwortet die Schufa schriftlich, will aber nicht, dass aus dem Schreiben zitiert wird.

Experten fordern mehr Transparenz

Verbraucherschützer kritisieren, die Berechnungen seien undurchschaubar. Professor Gerd Gigerenzer hat als Sachverständiger für das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz ein Gutachten über Scoring mitverfasst. Er fordert im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk mehr Transparenz: "Ich glaube, wir müssen ein Umdenken haben in unserem Land, dass wir nicht immer mehr Auskunfteien schützen, sondern die Verbraucher schützen. Und die Verbraucher schützt man am besten, wenn man ihnen offen sagt, was passiert."

Schufa-Scoring

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