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Messestand zu 5G
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Christian Sachsinger
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Messestand zu 5G

In Berlin treffen sich Vertreter aus Bundesrat und Bundestag im sogenannten Beirat der Bundesnetzagentur, um über die Vergaberegeln bei der Auktion der 5G-Lizenzen zu entscheiden. Vorab herrscht Uneinigkeit. Der Streit dreht sich insbesondere um die Netzabdeckung. So wie die Bundesnetzagentur ihre Vorschläge vorformuliert hatte, werden auch beim 5G-Netz wohl einige ländliche Gebiete auf Dauer ohne akzeptable Mobilfunkversorgung bleiben.

Zankapfel Roamingzwang

Deshalb haben mehrere Politiker vor der Beirats-Sitzung einen Roamingzwang gefordert. Dort, wo es eng wird, sollen die Mobilfunkbetreiber ihre Netze zusammenschalten, damit der Empfang besser wird. Einigen sich die Konzerne nicht freiwillig, dann soll die Bundesnetzagentur sie zwingen können, so die Forderung. Tatsächlich behindert ja die mangelhafte Netzabdeckung viele Unternehmen, Behörden und Krankenhäuser auf dem Lande bislang, digital richtig aufzurüsten. Die Unternehmen wehren sich gegen das Inlands-Roaming, auch deshalb, weil sie ihre Netze dann womöglich zusätzlichen Anbietern zur Verfügung stellen müssten. Die Konkurrenz würde zunehmen, wenn ein weiterer 5G-Anbieter, wie zum Beispiel 1&1, mit nur zugemieteten Netzen antreten könnte.

Warten auf die übernächste Auktion

Telekom, Vodafone und Telefonica sträuben sich bislang, Geld in Mobilfunkmasten zu investieren, bei denen es gar nicht genug Kundschaft gibt. Ein Kompromiss könnte sein, den Netzbetreibern beim Ausbau mehr Zeit zu geben, denn: Bei der jetzt diskutierten Versteigerung im kommenden Frühjahr geht es um Funkfrequenzen, die sich für eine Versorgung in der Fläche gar nicht sonderlich gut eigenen. Ende 2025 gibt es aber weitere Frequenzen und die sind dann für den großflächigen Einsatz angelegt.

Deutschland soll chinesische Ausrüster aussperren

Übrigens, worüber noch kaum diskutiert wurde: bei wem die Mobilfunkkonzerne ihre Sendeanlagen einkaufen. Die Mobilfunk-Manager liebäugeln teilweise mit der Technik des chinesischen Hersteller Huawei, weil die schneller und billiger geliefert wird. Die USA allerdings haben Huawei wegen Spionagebedenken von ihrem 5G- Netz ausgeschlossen und Deutschland aufgefordert, es ihnen gleich zu tun. Spannend, ob der Beirat der Bundesnetzagentur darauf eine Antwort findet.