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Bildrechte: MEV/Karl Holzhauser

Glücklich, wer seinen verlorenen Schlüsselbund wieder findet. Andernfalls ist viel zu erledigen. Versicherungen können dabei nützlich sein.

    Schlüssel verloren – Was nun?

    Wer seiner Tochter oder seinem Sohn schon mal feierlich den ersten eigenen Hausschlüssel überreicht hat, der denkt sich vielleicht auch: Um Himmels Willen. Bitte verlier‘ den nicht. Denn das kann richtig teuer werden.

    Von
    Hanna HeimHanna Heim

    Laut dem Bund der Deutschen Versicherungswirtschaft gehen deutschlandweit jährlich rund 800.000 Schlüssel verloren. So ging es auch Andreas Kern. Vor zwei Wochen ist sein Schlüsselbund verloren gegangen.

    "Ich wollte zum Einkaufen, habe das Fahrrad noch aufgeschlossen und als ich angekommen bin – zum Abschließen war kein Schlüssel mehr da. Ein Schlüsselbund mit Autoschlüssel, Hausschlüssel, Briefkasten, Fahrradschlüssel und Tiefgaragenchip." Sobald er es bemerkte, ist er den Weg nochmal abgegangen - zwei Mal. Er fragte im Supermarkt nach und bei sich im Haus. Aber das Teil blieb verschwunden.

    Vermieter, Arbeitgeber, Versicherer müssen Bescheid wissen

    Glücklicherweise hat seine Putzhilfe einen Ersatzschlüssel. Sobald er wieder in seiner Wohnung war, druckte er über 30 Suchplakate aus und hängte sie an den Laternenpfählen entlang des Weges auf. Bisher ohne Erfolg. Zwei Menschen haben sich bei ihm gemeldet – beide Male mit dem falschen Schlüssel. Wem gibt man jetzt Bescheid, an wen wendet man sich?

    Kommt darauf an, meint Julia Zeller von der Verbraucherzentrale Bayern: "Wenn mein Wohnungsschlüssel weg ist, dann muss ich dem Vermieter, beziehungsweise der Hausgesellschaft, dem Verwalter Bescheid sagen. Wenn mein Arbeitsschlüssel weg ist, dann natürlich meinem Arbeitgeber. Und wenn der Autoschlüssel weg ist, ganz wichtig, dem Kfz-Versicherer."

    Fremde Schlüssel sind Sache der Haftpflichtversicherung

    Im nächsten Schritt, sagt Zeller, müsse man sich vor allem die Frage stellen, wer noch so einen Schlüssel besitzt. Denn darüber lässt sich klären, welche Versicherung wann greift: "Wenn ich der Mieter bin, ist es ein fremder Schlüssel. Der gehört ja eigentlich meinem Vermieter, dann greift die private Haftpflicht. Wenn ich Arbeitnehmer bin und meinen Arbeitsschlüssel verliere, greift in der Regel auch die private Haftpflicht."

    Verlust des eigenen Schlüssels: Der Hausratversicherung melden

    Bei einem Schlüssel für das eigene Haus oder die Tür zur eigenen Wohnung greift hingegen die Hausratsversicherung – sofern die so einen Fall mit abdeckt. Die gute Nachricht: Meistens ist der Schlüsselverlust in der Police enthalten. Entscheidend kann auch sein, ob nur der Schlüssel verloren wurde oder auch noch ein Ausweis oder ein verräterischer Anhänger am Schlüsselring.

    Unter Umständen muss die ganze Schließanlage gewechselt werden

    "Wenn der Schlüssel verloren wurde, ohne dass man ihn zuordnen kann, dann muss natürlich nicht unbedingt die ganze Schließanlage gewechselt werden. Aber wenn die Sicherheit der anderen Wohneigentümer oder Mitbewohner gefährdet wird, dann muss natürlich auch die Schließanlage erneuert werden und das ist dann natürlich entsprechend teuer", so Julia Zeller.

    Zuerst ans Fundbüro wenden

    Hätte also an Andreas Kerns Schlüssel ein Anhänger mit seinem Namen, dem seines Arbeitgebers oder dem Kennzeichen seines Autos gehangen, hätte er zusätzlich auch sofort die Polizei informieren müssen. Zum Glück war das nicht der Fall. Kern hat bislang noch nicht mal seiner Versicherung Bescheid gegeben: "Weil ich einfach noch die Reaktion auf die Zettel abwarten wollte. Beziehungsweise auch das Fundbüro. Mir wurde gesagt, die Polizei bringt in der Regel innerhalb des Zeitraums von einer Woche bis zehn Tage die abgegebenen Schlüssel ins Fundbüro", erklärt Kern.

    Schlüsselverlust kann richtig teuer werden

    Und was ist nun, wenn der Schlüssel gar nicht mehr auftaucht und die Versicherung nicht greift? Erst diesen Sommer hat eine Lehrerin aus Nordrhein-Westphalen den Schlüssel für ihre Schule verloren. 236 Schließzylinder mussten ausgetauscht werden, Kosten: Rund 30.000 Euro. In dem Fall verhandelt jetzt der Stadtrat darüber, wer für den Schaden aufkommt.

    Geduld ist gefragt

    So weit dürfte es für Andreas Kern nicht kommen. Er legt seine Hoffnung noch auf einen besonderen Schlüsselanhänger, den er vor Jahren mal gekauft hat: "Es gibt verschiedene Anbieter mit Schlüsselanhängern, auf denen dann entweder ein Code oder einfach nur der Anbieter abgedruckt ist. So, dass der Finder sich an diesen Anbieter wenden kann. Der stellt dann sozusagen die Verbindung her, wem der Schlüssel gehört und liefert den dann zurück."

    Als er bei seinem Anbieter anrief, sagte man ihm, er müsse geduldig sein. Manchmal dauere es Monate, bis gefundene Schlüssel schließlich dort eintrudelten. In der Regel sollten gefundene Schlüssel aber in der nächsten Polizeistation abgegeben werden – dort werden sie dann an das örtliche Fundbüro weitergeleitet. Und auf diesen Anruf wartet Herr Kern jetzt. Bis dahin hat er glücklicherweise noch alle Ersatzschlüssel.

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