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Güterverkehr auf der Schiene spart mehr CO2 als gedacht | BR24

© BR / Wolfram Schrag

LKWs verstopfen die Straßen, über sie läuft 70 Prozent des Güterverkehrs in Deutschland. Güterzüge hingegen transportieren nur 18 Prozent der Waren. Dabei könnte der Schienengüterverkehr eine wichtige Rolle beim Klimaschutz spielen.

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Güterverkehr auf der Schiene spart mehr CO2 als gedacht

LKWs verstopfen die Straßen, über sie läuft 70 Prozent des Güterverkehrs in Deutschland. Güterzüge hingegen transportieren nur 18 Prozent der Waren. Dabei könnte der Schienengüterverkehr eine wichtige Rolle beim Klimaschutz spielen.

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Das Einsparpotenzial an CO2 beim Güterverkehr auf der Schiene ist deutlich größer, als es das Bundesverkehrsministerium berechnet hat. Das behauptet das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen, ein Zusammenschluss privater Güterbahnunternehmen. In einer Studie hat es ermittelt, dass im Güterschienenverkehr bis zu zehn Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden könnten, wenn mehr Geld in den Ausbau fließt. Der aktuellen Studie zufolge wäre das Einsparpotenzial damit fünf Mal größer, als es das Verkehrsministerium bisher angibt.

Kritik an der Bundesregierung - nimmt Schienenverkehr nicht ernst

Die Bundesregierung nehme den Verkehr auf der Schiene nach wie vor nicht ernst, so das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen weiter. Dabei könne der Güterverkehr einen größeren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das Netzwerk fordert, den Schienengüterverkehr aufzurüsten. Bereits jetzt werde der Bahnstrom annähernd klimaneutral hergestellt.

Nach den Berechnungen der privaten Anbieter von Schienengüterverkehrsleistungen könnte die Nachfrage bis 2035 auf 532 Millionen Trassenkilometer verdoppelt werden. Dafür reiche das vorhandene Schienennetz weitgehend aus. Zu diesem Schluss kommen die privaten Güterverkehrsbahnen in einer früheren Studie. Außerdem kämen weitere überschaubare Baumaßnahmen mittelbar auch dem Personenverkehr zugute.

Güterverkehr auf der Schiene soll ausgebaut werden

Die Bundesregierung hat bereits einen "Masterplan Schienengüterverkehr" auf den Weg gebracht. Bis 2030 sollen für den Ausbau und die Modernisierung des Schienennetzes 112 Milliarden Euro ausgegeben werden. Auch die Deutsche Bahn hebt in ihrer neuen Konzernstrategie "Starke Schiene" die Verlagerung von Fracht auf die Schiene als Ziel heraus. Statt 18 Prozent sollen dann 25 Prozent Fracht mit Güterzügen transportiert werden. Das wären 13 Millionen LKW-Fahrten im Jahr weniger. Außerdem will die Bahn bis zum Jahr 2038 mit 100 Prozent Ökostrom fahren.

Frachtsparte der Deutschen Bahn wurde regelrecht kaputtgespart

Das Problem: Seit Jahren ist die Gütersparte DB Cargo das Sorgenkind im Konzern. Weil kaum investiert wurde, wurde die Frachtbahn regelrecht kaputtgespart. Dass soll sich ändern. Nächster Schritt: Alle 68.000 Güterzüge sollen bis zum kommenden Jahr mit intelligenter Sensorik ausgestattet werden, mit der die Fahrten besser verfolgt werden können. Das soll die Pünktlichkeit verbessern. Außerdem soll die Flotte in den kommenden Jahren um 300 Loks erweitert werden.

Ideen zum Güterverkehr kommen aus Nachbarländern

Auch ein Blick über die Grenze lohnt. Denn unsere Nachbarländer sind bereits weiter: In der Schweiz läuft bereits 40 Prozent des Güterverkehrs über die Schiene. In der Alpenregion sind es sogar 70 Prozent. Dafür gibt das Land umgerechnet 378 Euro pro Person für den Schienenverkehr aus. In Deutschland sind es nur 64 Euro. In Österreich gleich hinter der deutschen Grenze können Lkws zudem Huckepack auf Güterzügen mitfahren – durch ganz Österreich bis nach Italien.