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Das Gebiet um den Watzmann ist bei Wanderern ein beliebtes Ausflugsziel

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    Schicksalsberg: Alarmzustand am Watzmann

    Der Watzmann am Königssee: bei Bergfreunden ein beliebtes Ziel. Doch bei einem Bergunglück kann aus einem Wanderausflug schnell ein Drama werden. Um Leben zu retten, geht die Bergwacht bis an ihre Grenzen.

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    Von
    • Susanne Fiedler

    Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch: die Berchtesgadener Alpen. In der Region ist Hochsaison. Den Watzmann überschreiten an Spitzentagen mehr als 300 Wanderer. Aber am Ende schaffen es nicht alle. Das Gebiet bis hinunter zum Königssee ist das Revier der Bergwacht Ramsau.

    "Man weiß nie, was kommt"

    Der Leiter der Bergwacht Ramsau ist Rudi Fendt. Er engagiert sich dort seit mehr als 40 Jahren: "Man weiß nie, was kommt und wann es kommt", sagt er. "Es kann gleich was kommen oder eben auch gar nichts. Bei schönem Wetter haben wir Hubschrauber-Unterstützung, da ist ein Einsatz schon nach wenigen Stunden vorbei. Bei schlechtem Wetter ist es viel aufwendiger, da muss man dann das ganze Gerät tragen."

    Die 62 Bergwacht-Mitglieder müssen sich im Gelände bestens auskennen und eine sehr gute Kondition mitbringen. Sie müssen auch regelmäßig gemeinsam üben. Damit ein Einsatz gelingt, kommt es vor allem auf gute Teamarbeit an.

    "Das Schönste an der Bergwacht ist dieses Zusammensein in diesem Team, das einen wirklich zusammenschweißt, weil man ja in Extremsituationen zusammen ist und sich in Extremsituationen aufeinander verlassen können muss." Rudi Fendt, Leiter der Bergwacht Ramsau

    Transport mit der Gebirgstrage

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    Die Ramsauer Bergwacht beim Einsatztraining

    Oft sind die Bergretter stundenlang mit einem Verunglückten unterwegs. Deshalb trainieren die Ramsauer auch den Transport mit der Gebirgstrage: Jeder Handgriff muss sitzen beim Umgang mit dem Luftrettungssack oder dem speziellen Vakuumbett, mit dem sich Personen schonend ins Tal bringen lassen.

    "Es darf kein Fehler passieren", sagt Fendt, der Leiter der Bergwacht Ramsau, "wir arbeiten auch redundant. Das heißt, wir arbeiten mit doppelter Sicherheit und deshalb machen wir auch diese gute Ausbildung. Unsere Jungen, die sich viel Zeit nehmen, die bekommen dafür eine Ausbildung, die fast schon eine halbe Bergführer-Ausbildung ist."

    Eindringlicher Appell an Wanderer

    Jeden Sommer stemmen die Bergretter mehr als 100 Einsätze. Einsätze in schwerem Gelände, oft unter widrigen Wetterbedingungen – all dem müssen die Bergretter gewachsen sein. Für sie ist es ein ständiges Abwägen: Was ist noch möglich? Wann bringe ich meine Kollegen und mich in Gefahr?

    Die Mitarbeiter der Bergwacht appellieren daher an die Touristen, sich vor einer Wanderung selbst zu fragen: Bin ich wirklich fit für die Tour? Denn wer sich überschätzt, bringt dadurch auch die Retter in Lebensgefahr.

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