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Mit einem bundesweiten Aktionstag wollen die Beschäftigten des Auto- und Industriezulieferers Schaeffler heute gegen den angekündigten Stellenabbau protestieren.

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Schaeffler-Mitarbeiter protestieren gegen Stellenabbau

Mit einem bundesweiten Aktionstag wollen die Beschäftigten des Auto- und Industriezulieferers Schaeffler heute gegen den angekündigten Stellenabbau protestieren. An allen Standorten werde es Protestaktionen geben, kündigte die Gewerkschaft an.

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"Die Beschäftigten und die IG Metall werden diese Abbaupläne nicht akzeptieren", so Bayerns IG Metall-Chef Johann Horn. Zugleich warf er dem Unternehmen vor, die Corona-Krise auszunutzen, um Kosten zu sparen und Profite zu steigern. Schaeffler habe eine Zukunftsvereinbarung unterschrieben, in der sich der Konzern bereit erklärt, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten, erinnerte Horn. Außerdem sollen dem Papier zufolge die deutschen Standorte gestärkt werden. Vor diesem Hintergrund betonte er, dass Standortschließungen und Verlagerung in Billiglohnländer für die IG Metall nicht zur Diskussion stehen.

Management plant große Transformation

Das Management begründet den vorige Woche angekündigten Abbau von 4.400 Stellen mit den Auswirkungen der Corona-Krise und dem tiefgreifenden Transformationsprozess der Industrie im Allgemeinen. In Bayern soll der Standort Eltmann faktisch geschlossen und die Produktion nach Schweinfurt verlagert werden.

Neuer Finanzchef sorgt für Angst in der Belegschaft

Und besonders Schaefflers neuer Finanzvorstand Klaus Patzak wird von Arbeitnehmervertretern misstrauisch beäugt. Seit sechs Wochen ist er erst bei Schaeffler an Bord, doch der Ruf des harten Kostenkillers eilt ihm voraus. Bei seinen früheren Einsätzen, etwa beim Leuchtmittelhersteller Osram oder im Siemens-Konzern soll er so knallhart gespart haben, dass Gewerkschafter kein gutes Wort für ihn übrig haben. Indes sind viele Beschäftigten mürbe von den Sparmaßnahmen der vergangenen Jahre. erst kürzlich ist ein Freiwilligenprogramm zum Abbau von bundesweit 1.700 Stellen abgeschlossen worden, nun kommt schon der nächste Schock.

Angst vor einer Aufspaltung

Ein Schreckensszenario, das im Konzern umgeht, ist die Aufspaltung à la Siemens. Dann könnte der Konzern filetiert und die Verlustbringer abgespalten, verkauft oder geschlossen werden, so die Befürchtung. Darauf angesprochen, widersprach der Vorstandschef im BR-Interview Anfang September. Schaeffler bleibe ein Auto- und Industriezulieferer.

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