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Schaeffler beschließt neues Sparprogramm: 900 Stellen fallen weg | BR24

© BR/Margit Siller

Der Automobilzulieferer Schaeffler spürt die Probleme der Autoindustrie: Sowohl Umsatz als auch Gewinn gingen im vergangenen Jahr zurück. Das Unternehmen will nun mit einem Sparprogramm gegensteuern und 900 Stellen streichen

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Schaeffler beschließt neues Sparprogramm: 900 Stellen fallen weg

Der Automobilzulieferer Schaeffler spürt die Probleme der Autoindustrie: Sowohl Umsatz als auch Gewinn gingen im vergangenen Jahr zurück. Das Unternehmen will nun mit einem neuen Sparprogramm gegensteuern und 900 Stellen streichen.

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Ein Gewinneinbruch, eine gesenkte Jahresprognose und ein Aktienkurs, der sich innerhalb eines Jahres fast halbiert hat - dass 2018 kein gutes Jahr für Schaeffler werden würde, zeichnete sich zuletzt schon ab. Nun hat der Automobilzulieferer aus Herzogenaurach seine Jahreszahlen vorgelegt - und die spiegeln den Abwärtstrend wider.

Denn für das Gesamtjahr konnte Schaeffler beim Umsatz nur leicht zulegen: Nach rund 14 Milliarden Euro im Jahr 2017 lag er im vergangenen Jahr bei rund 14,2 Milliarden - das ist ein Plus von 3,9 Prozent. 2017 war der Umsatz von Schaeffler hingegen noch um fast sechs Prozent gewachsen. Für das aktuelle Geschäftsjahr strebt das Unternehmen nur etwa drei Prozent an.

Der Gewinn vor Steuern und Sondereffekten lag bei rund 1,38 Milliarden Euro und damit ebenfalls unter dem Vorjahreswert von rund 1,58 Milliarden Euro.

Schaeffler beschließt Sparprogramm und Stellenabbau

Das fränkische Familienunternehmen verabschiedet sich angesichts der schwächeren Geschäfte von seinen Zielen für 2020 und legt ein Sparprogramm auf.

In der Autozuliefer-Sparte sollen rund 900 der 55.000 Arbeitsplätze wegfallen, 700 davon in Deutschland. Schaeffler überschreibt das neue Effizienzprogramm mit dem Titel "RACE", was für "Regroup Automotive for higher Margin and Capital Efficiency" steht.

Außerdem sollen die europäischen Werke neu geordnet und kleine Teile des Geschäfts verkauft werden. Damit beabsichtigt Schaeffler, die Kosten in den nächsten zwei Jahren um 90 Millionen Euro zu senken. Die Chefetage in Herzogenaurach will betriebsbedingte Kündigungen möglichst vermeiden und setzt auf sozialverträgliche Lösungen wie Abfindungen und vorzeitigen Ruhestand.

© BR-Fernsehen

Hinter dem fränkischen Unternehmen Schaeffler liegt kein gutes Jahr. Nachdem der Gewinn zurückgegangen ist und Jahresprognosen korrigiert wurden, will der Automobilzulieferer nun Stellen streichen und Standorte umstrukturieren.

Vor allem die Auto-Sparte von Schaeffler steht unter Druck

Der Vorstand kassiert damit seine ursprünglichen Ziele und setzt jetzt voll darauf, die Kosten zu reduzieren und noch effizienter zu werden. Der Druck der Autoindustrie auf ihre Zulieferer ist generell größer geworden, weil die Konzerne milliardenschwere Investitionen in die E-Mobilität schultern müssen. "Die Marktbedingungen im globalen Automobilgeschäft haben sich in der zweiten Jahreshälfte deutlich verschlechtert. Das hat unser Ergebnis belastet", sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus Rosenfeld.

Die Industrie-Sparte habe sich hingegen deutlich besser entwickelt, so Rosenfeld. Hätte sich Schaeffler nicht auf die Geschäfte in dieser Sparte verlassen können, wäre das Gesamtergebnis wohl noch schlechter ausgefallen.

Schweinfurt nicht von Stellenabbau bei Schaeffler betroffen

Der Gesamt- und Konzernbetriebsrat von Schaeffler hat die Unternehmensleitung aufgefordert, beim angekündigten Abbau betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen zu vermeiden. Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Norbert Lenhard, sagte dem Bayerischen Rundfunk, ihm lägen noch keine konkreten Informationen vor, wo Stellen wegfallen sollen. Klar sei lediglich, dass Standorte der Industriesparte wie etwa Schweinfurt nicht betroffen seien.

Bei einer Wirtschaftsausschussitzung wollen Unternehmensleitung und Betriebsrat voraussichtlich am 20. März über weitere Schritte beraten.

Schaeffler steigt aus dem MDax ab

Erst in der Nacht zum Mittwoch war bekannt geworden, dass Schaeffler aus dem MDax in den SDax absteigt. In Kombination mit der Bilanz für 2018 kam diese Nachricht auch bei Anlegern nicht gut an: Die Schaeffler-Aktie verlor am Mittwoch deutlich. Weltweit beschäftigt Schaeffler rund 92.500 Menschen.

© BR

Schaeffler will Hunderte Jobs in Deutschland streichen. Die Aussichten für die kommenden Jahre sehen vor allem für die Autozuliefersparte nicht gut aus, deshalb wolle Vorstandschef Rosenfeld eine neue Sparrunde einläuten.

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Autoren
  • Tobias Brunner
  • Margit Siller
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