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Rund 900 Teilnehmer bei Demo vor Conti-Zentrale in Hannover | BR24

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Rund 900 Menschen haben an einer Protestkundgebung vor der Zentrale des Konzerns Continental in Hannover teilgenommen. Das gab die IG Metall Regensburg bekannt, die unter dem Moto "fairwandel" zu der Demo aufgerufen hatte.

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Rund 900 Teilnehmer bei Demo vor Conti-Zentrale in Hannover

In Hannover haben wegen geplanter Umstrukturierungen bei Continental rund 900 Mitarbeiter demonstriert. Darunter auch 100 Conti-Beschäftigte aus Roding. Der Standort mit 540 Arbeitsplätzen soll 2024 geschlossen werden.

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Rund 900 Menschen haben an einer Protestkundgebung vor der Zentrale des Konzerns Continental in Hannover teilgenommen. Das gab die IG Metall Regensburg bekannt, die unter dem Moto "fairwandel" zu der Demo aufgerufen hatte. Auch vom Conti-Standort Roding (Lkr. Cham) waren 100 Mitarbeiter dabei. Anlass für die Demo ist eine Aufsichtsratssitzung, die nach Gewerkschaftsangaben in der Konzernzentrale stattfindet.

IG Metall-Vorsitzende nennt geplante Umstrukturierung "unsozial"

Christiane Benner, zweite Vorsitzende der IG Metall, nimmt an der Aufsichtsratssitzung teil und bekräftigte zuvor in einer Rede auf der Kundgebung, dass geplante Betriebsschließungen wie in Roding und Oppenweiler oder der Arbeitsplatzabbau an anderen deutschen Conti-Standorten "unsozial" und "ein Unding" seien. Der geplante Transformationsprozess bei Conti sei zu wenig durchdacht. Die IG Metall arbeite für alle Standorte Alternativkonzepte aus, die der Konzernspitze vorgelegt werden sollen.

Betriebsratsvorsitzende: "Wir geben nicht kampflos auf"

Die Rodinger Conti-Betriebsratsvorsitzende Claudia Hecht, die mit rund 100 Conti-Beschäftigten nach Hannover gefahren war, nannte die heutige Demo "beeindruckend". Sie zeige, dass die Solidarität unter den deutschen Conti-Standorten groß sei. Aus vielen Standorten seien Abordnungen gekommen. Teils sei man wegen der großen Entfernung nachts mit Bussen losgefahren.

Die Demo sei "lautstark" gewesen, mit Trillerpfeifen, Buhrufen und auch immer wieder Sprechchören mit dem Satz "Wir bleiben hier". "Wir kämpfen auf jeden Fall weiter, geben nicht kampflos auf", sagte Claudia Hecht danach. Alle Demo-Teilnehmer hätten ein großes Plakat unterschrieben, das eigentlich dem Conti-Vorstandsvorsitzenden übergeben werden sollte. Der sei aber nicht persönlich erschienen. Zumindest habe es dann im Haus ein Pressesprecher für ihn in Empfang genommen.

Conti-Werk Roding soll 2024 dicht machen

Der Automobilzulieferer Continental hatte im Herbst weitreichende Umstrukturierungen in seinen Werken weltweit angekündigt, die in den nächsten Jahren greifen sollen. Gründe seien unter anderem die Umbauprozesse in der Autoindustrie - weg vom Verbrennungsmotor, hin zur Elektromobilität und zu anderen Technologien. Weltweit sind rund 20.000 Arbeitsplätze in dem Konzern von Veränderungen, Abbau oder Verlagerung betroffen - 7.000 davon in Deutschland.

In Roding soll das gesamte Conti-Werk mit rund 540 Arbeitsplätzen bis 2024 geschlossen werden. Ein Teil der Mitarbeiter soll Versetzungsangebote für andere Standorte erhalten.