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Roding: Kann der Freistaat Conti retten? | BR24

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Im Bayerischen Wirtschaftsministerium hat ein Runder Tisch zur geplanten Schließung des Conti-Werks in Roding stattgefunden. Ein konkretes Ergebnis gab es nicht.

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Roding: Kann der Freistaat Conti retten?

Ergebnislos, aber tendenziell optimistisch endete ein eigens von Wirtschaftsminister Aiwanger einberufener Runder Tisch zur Rettung des Continental Werks in Roding. 540 Arbeitsplätze sind in Gefahr, sollte das Werk- wie geplant - 2024 schließen.

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Die Reaktionen der Minister und Lokalpolitiker nach dem Treffen: Verhalten optimistisch. Das Gespräch sei gut gewesen. Man wolle die Hoffnung nicht aufgeben, den Standort Roding auch über 2024 hinaus erhalten zu können, so der bayerische Wirtschaftsminister. Trotzdem könne die Staatsregierung keine unternehmerischen Entscheidungen umbiegen, so Hubert Aiwanger weiter.

"Wir bieten weiterhin die offenen Gespräche an. Wir bieten weiterhin finanzielle Unterstützung an für Standortsicherung und Nachfolgekonzepte." Hubert Aiwanger, bayerischer Wirtschaftsminister

Man bleibt im Kontakt

Konkrete Zusagen seitens des Automobilzulieferes Continental, die Entscheidung zur Standort-Schließung noch einmal zu überdenken, gab es keine. Man habe vereinbart im Dauerkontakt mit dem Betriebsrat, mit Regionalpolitikern und mit dem Unternehmen zu bleiben, so der Wirtschaftsminister. Spätestens im März nächsten Jahres wolle man sich zu erneuten Gesprächen treffen. Ziel sei nach wie vor die Standortsicherung.

In seinem Werk in Roding stellt Continental bislang Komponenten für Benzin- und Dieselmotoren her. Nun will sich das Unternehmen verstärkt der Elektromobilität zuwenden. Die Produktion in Roding müsse daher aus Sparmaßnahmen eingestellt werden, hieß es Ende September. Dieses Argument will Finanzminister Füracker so nicht stehen lassen. Stattdessen gelte es zu überlegen, ob es nicht trotzdem auch produktionsunabhängig in Roding Möglichkeiten gebe, den Konzern von dort aus zu unterstützen, so Füracker.

"Ich glaube nämlich, dass viele Arbeitsplätze, insbesondere in der Entwicklung, in der Forschung, in der Weiterentwicklung standortunabhängig besetzt werden können." Albert Füracker, bayerischer Finanzminister

Potential in Roding

Das sieht auch der Landrat von Cham, Franz Löffler, so und warb erneut für seine Region. Auch Rodings Zweiter Bürgermeister, Alfred Reger, hofft weiter auf ein Umdenken des Konzerns. Schließlich gehe es um 540 Menschen und deren Familien, die von der Schließung des Werks betroffen wären. Claudia Hecht, Betriebsratsvorsitzende am Conti-Standort Roding, will auf jeden Fall weiterkämpfen.

"Für unseren Standort, für die Kolleginnen und Kollegen, damit sie in Lohn und Brot bleiben können. Die Kompetenzen sind alle aufgezeigt worden für Roding und dadurch, dass der Dialog weiter stattfindet, muss man dies nutzen und auch dem Management weitergeben, welche Möglichkeiten es noch bis 2024 gibt.“ Claudia Hecht, Betriebsrat Conti Roding

Der Chef von Vitesco Technologies, der Antriebssparte von Continental, Andreas Wolf, sagte laut Mitteilung des Wirtschaftsministeriums zu, mögliche Optionen für den Arbeitsplatzerhalt der Nicht-Fertigungsmitarbeiter zu prüfen. Es werde jetzt ein Sozialplan und ein Interessenausgleich zusammen mit der Arbeitnehmervertretung erarbeitet. Die Gewerkschaft IG Metall, die nicht zum Gespräch eingeladen war, forderte, dass sie beim nächsten Treffen im März mit am Tisch sitzen darf.

Runder Tisch im Wirtschaftsministerium

Der Runde Tisch zur geplanten Conti-Werksschließung fand auf Initiative des bayerischen Wirtschaftsministers in München statt. Aiwanger sprach mit Unternehmensvertretern des Autozulieferers Continental, mit Rodinger Betriebsräten, mit dem Chamer Landrat Löffler (CSU) und dem zweiten Bürgermeister von Roding. Auch der Finanz- und Heimatminister Albert Füracker sowie die Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Kerstin Schreyer, nahmen an dem nicht-öffentlichen Gespräch teil.

Aiwanger hält Pläne für "unanständig"

Aiwanger hatte die Schließungspläne Anfang Oktober als "unanständig" bezeichnet, da das Unternehmen Unterstützung des Freistaats Bayern für den Standort erhalten habe. Die Linkenpolitikerin Susanne Ferschl hat inzwischen auf Anfrage von der Bundesregierung erfahren, wie viel öffentliche Fördermittel an den Conti-Standort Roding geflossen sind. Seit 2007 waren das, so Ferschl, knapp 1,2 Millionen Euro. Der Gesamt-Konzern Continental habe seit 2007 rund 72 Millionen Euro Förderung vom Bund erhalten.

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