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Ringen um die Vier-Tage Woche | BR24

© Birgit Harprath

Beschäftigte in der Metall und Elektroindustrie haben Angst vor gleich zwei Gefahren für ihre Arbeitsplätze: Corona und dem digitalen Umbau der Branche. Kurzarbeit ist kein Allheilmittel. Könnte die Vier-Tage Woche helfen? Vorbilder gibt es schon.

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Ringen um die Vier-Tage Woche

Beschäftigte in der Metall und Elektroindustrie haben Angst vor gleich zwei Gefahren für ihre Arbeitsplätze: Corona und dem digitalen Umbau der Branche. Kurzarbeit ist kein Allheilmittel. Könnte die Vier-Tage Woche helfen? Vorbilder gibt es schon.

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Anfang der 90er Jahre hatte Deutschlands größter Autobauer ein Problem: Volkswagen rutschte in eine tiefe Absatzkrise. Rund 30.000 Arbeitsplätze standen damals auf der Kippe. Viele davon konnten durch eine Idee doch noch gerettet werden. Anstatt einigen zu kündigen, sollten alle einfach weniger beschäftigt werden. Die Arbeitszeit wurde damals um 20 Prozent, die Einkommen um zehn Prozent gesenkt.

Weniger Arbeit, dafür keine Kündigungen

In Corona-Zeiten macht das Modell jetzt wieder Schule. So hat die Flugbegleiter-Organisation UfO sich genau darauf mit der Lufthansa verständigt. Und auch beim Zulieferer ZF Friedrichshafen kann in der Absatzkrise die Arbeitszeit um 20 Prozent abgesenkt werden. Dafür verzichtet das Unternehmen bis Ende 2022 auf betriebsbedingte Kündigungen. Etwas Ähnliches schwebt IG Metallchef Jörg Hofmann nun für die gesamte Branche vor.

Die Arbeitgeber in Bayern sind allerdings skeptisch: Bertram Brossard vom Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie sieht in der Vier-Tage Woche keine Lösung, er setzt auf eine Fortführung des Kurzarbeitergeldes, immerhin ist er sich darin mit den Arbeitnehmerverbänden einig.

Vier-Tage Woche vor allem für Niedrigverdiener schwierig

Die fordern aber zusätzlich die Vier-Tage Woche unter gewissem Lohnausgleich, den IG Metall-Chef Hofmann durchsetzen will. Eine vier Tage Woche muss sich der einzelne Beschäftigte erst einmal leisten können. Untere Lohngruppen tun sich da schwer, auch wenn der Erhalt von Arbeitsplätzen vor allem ihnen zu Gute kommen dürfte.

Die Metallarbeitgeber jedoch fordern den Gleichklang, Absenkung der Arbeitszeit und entsprechend auch der Einkommen. Dabei müssten beide nur den sogenannten Tarifvertag zur Beschäftigungssicherung als Vorlage auf den Verhandlungstisch legen. Wenn Kurzarbeit nicht weiterhilft, kann die Arbeitszeit in Bayern von 35 auf bis zu 29 Stunden in der Woche gesenkt werden, ob mit oder ohne Lohnausgleich wäre dann Verhandlungssache.

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