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Rindfleisch in der Corona-Krise immer weniger gefragt | BR24

© MEV/Creativstudio

In Zeiten von Corona bangen Rinderzüchter um ihren Absatz. Denn Verbraucher essen Rindfleisch bevorzugt in Gaststätten, doch die haben zu.

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Rindfleisch in der Corona-Krise immer weniger gefragt

Weil die Wirtshäuser derzeit zu sind, geraten immer mehr Rinderhalter unter Druck. Denn Verbraucher essen zwar gerne Rind, bereiten es aber nicht gerne zu. Daher sinken die Erlöse für Bullenfleisch und auch Häute lassen sind nicht mehr verkaufen.

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Seit Beginn der Corona-Krise geht der Absatz von Rindfleisch zurück, die Preise sinken. Viele Rinderzüchter geraten unter Druck, denn die Preise waren auch vorher schon recht im Keller. Die Tiere nun länger als geplant zu füttern, ist keine Alternative, denn wenn die Rinder zu schwer sind, dann leidet die Fleischqualität und der Verkauf bringt weniger ein. Auch der Preis für Kälber ist dramatisch eingebrochen, der Handel mit ihnen kaum noch möglich.

Auch der Export leidet

Besonders schlimm trifft es die Mäster von Färsen, das sind weiblichen Tiere, sagt Isabella Timm-Guri, die beim Bayerischen Bauernverband für den Fachbereich Erzeugung und Vermarktung zuständig ist. Färsenfleisch ist besonders hochwertig und wird besonders in der Gastronomie verarbeitet. Wie groß der Einbruch am Rindfleischmarkt ist, zeigt das Verhalten des Vion-Konzerns. Vion betreibt zahlreiche große Schlachthöfe und hat entschieden, einen Tag in der Woche weniger schlachten zu lassen als vor der Corona-Krise. Auch der Rindfleischexport nach Italien ist weitgehend weggebrochen. Und es gibt noch eine weiteres Problem. Auch Häute bringen kaum noch etwas ein.

"Hinzu kommt aber auch ein dramatischer Preisverfall bei den Häuten, diese werden insbesondere gerade auch im Automobil-Bereich eingesetzt für die Ledersitze zum Beispiel und hier schwächelt natürlich die Autoindustrie." Isabella Timm-Guri vom Bayerischen Bauernverband.

Zudem arbeiteten Gerbereien, die zum Beispiel in Spanien beheimatet sind, derzeit wegen der Corona-Pandemie nicht.

Hoffen auf die EU - und die Lockerung der Beschränkungen

Damit die Rinderzüchter über die Runden kommen, drängt der Bauernverband auf Hilfsmaßnahmen der Europäischen Union, und zwar auf die sogenannte "privaten Lagerhaltung". Das bedeutet: Das Rindfleisch wird bei privaten Schlachthöfen eingelagert, bis die Krise vorbei ist. Aber noch gibt es dafür kein Geld aus Brüssel, bedauert Timm-Guri. Sie hofft, dass die Verbraucher bis zum Ende der Krise zuhause auch mal Rindfleisch kochen und danach wieder fleißig ins Wirtshaus gehen.

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