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Richtig heizen: Mit einfachen Tricks Geld sparen | BR24

© Leonie Thim

Die Nächte werden kälter, die Heizsaison beginnt und das kann teuer werden. Laut DIW haben Mieter in Bayern 2019 zwar weniger geheizt, trotzdem mussten sie mehr für die warme Wohnung bezahlen. Hier ein paar Tipps, um die Heizkosten zu senken.

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Richtig heizen: Mit einfachen Tricks Geld sparen

Die Heizkosten explodieren: Obwohl Mieter in Bayern im letzten Jahr weniger geheizt haben, mussten sie mehr für ihre warme Wohnung bezahlen. Mit diesen Tipps können Sie das verhindern und einfach Energie sparen.

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Von
  • Leonie Thim

Vergangenes Jahr haben Mieter in Deutschland im Durchschnitt 2,4 Prozent mehr an Heizkosten gezahlt als noch im Jahr 2018. Das geht aus einer Berechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor. Ein Grund dafür: Heizöl und Erdgas sind teurer geworden.

Gleichzeitig haben Mieterinnen und Mieter in Deutschland laut dem "DIW-Wärmemonitor 2019" allerdings etwas weniger geheizt, erstmals seit 2015. Die Heizkosten steigen also trotz sinkendem Energieverbrauch.

Studie: Heizkosten in München am günstigsten

Die Münchner zahlen laut der Untersuchung die niedrigsten Heizkosten im Vergleich zu anderen deutschen Millionenstädten. Pro Quadratmeter haben sie rund 6,32 Euro für das Heizen der Wohnung ausgegeben. In Hamburg mussten die Anwohner 7,55 Euro zahlen. Köln ist mit 8,30 Euro die teuerste Großstadt.

München ist günstiger, weil dort weniger verbraucht wird und zwar 106,5 Kilowattstunden pro Quadratmeter. In Köln sind es 142 Kilowattstunden.

Wie sich Heizkosten senken lassen, dafür gibt es ein paar Tipps von der Verbraucherzentrale und dem Umweltbundesamt.

Richtige Raumtemperatur finden

Wer seine Heizung schon wenige Grad kälter dreht, könne einige Prozent Heizenergie und damit Kosten sparen, schreibt das Umweltbundesamt. Es empfiehlt zum Beispiel eine Temperatur zwischen 20 und 22 Grad im Wohnzimmer, rund 18 Grad in der Küche und 17 bis 18 Grad im Schlafzimmer. Kälter sollte die Heizung aber nicht eingestellt sein, denn dann kann sich Schimmel bilden. Im Bad empfiehlt das Umweltbundesamt 22 Grad als ideale Raumtemperatur.

Nachts könne man die Heizung generell herunter drehen. Auch tagsüber, wenn niemand daheim ist, kann das Thermostat herunter gedreht werden, empfiehlt die Verbraucherzentrale Deutschland. Denn mit der geringeren Temperatur spare man wieder Heizkosten.

Richtig lüften in Zeiten von Corona

Zum richtigen Heizen gehört richtiges Lüften, erklärt die Verbraucherzentrale weiter. Dabei sollte man mehrmals am Tag stoßlüften und nicht dauerhaft kipplüften. Am besten ist es, die Fenster für einige Minuten vollständig zu öffnen. "So wird die Luft im Raum schnell ausgetauscht, ohne dass die Wände innen auskühlen", schreibt die Verbraucherzentrale.

Auch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege rät in der Corona-Pandemie zu regelmäßigem Stoßlüften. "Eine Kipplüftung ist weitgehend wirkungslos, weil durch sie kaum Luft ausgetauscht wird", heißt es im Rahmen-Hygieneplan für Schulen.

Wie man Schimmel vermeidet

Stoßlüften hilft auch gegen Schimmel. Denn der entsteht, wenn die Luft kalt und feucht ist. Das Umweltbundesamt stellt folgende Rechnung auf: In einem Vier-Personenhaushalt geben die Menschen täglich etwa zwölf Liter Feuchtigkeit an die Luft ab, zum Beispiel durch Atmen, Duschen, Kochen und Waschen.

Deswegen rät die Verbraucherzentrale dazu, in jedem Raum eine Grundtemperatur zu halten. Damit die Innenwände nicht zu sehr auskühlen und Schimmel entstehen könnte. Wichtig sei außerdem, dass gerade kühlere Räume gut belüftet werden und Türen zu wärmeren Räumen geschlossen bleiben.

Auch den Heizkörper lüften

Darüber hinaus ist es ratsam, Heizkörper regelmäßig zu entlüften. Spätestens dann, wenn sie deutlich hörbare, gluckernde Geräusche von sich geben und nicht mehr richtig wärmen. Ein Entlüfterschlüssel hilft, die überflüssige Luft aus dem Heizkörper zu lassen. Den gibt es zum Beispiel im Baumarkt zu kaufen, schreibt die Verbraucherzentrale.

In einem Mehrfamilienhaus mit Zentralheizung sei es sinnvoll, mit dem Hausmeister oder der Hausverwaltung zu sprechen. Sie können beim Entlüften der Heizung helfen.

Dämmen lässt die Wärme im Haus

Durch undichte Fenster und Außentüren kann es ziehen und die Wärme aus der Wohnung oder dem Haus entweichen. Deswegen rät die Verbraucherzentrale dazu, Fenster und Haustüren zu dämmen. Bei Fenster reiche es oft, die Dichtprofile zu erneuern. Bei Wohnungs- und Außentüren könne nachträglich ein Dichtprofil eingebaut werden.

Das Umweltbundesamt rät außerdem dazu, nachts die Rollläden zu schließen. Dadurch würde weniger Wärme durch die Fenster aus der Wohnung entweichen. "Geschlossene Vorhänge verstärken diesen Effekt und helfen, die Heizkosten klein zu halten", schreibt das Umweltbundesamt. Allerdings sollten Heizkörper nicht von Vorhängen oder Möbelstücken verdeckt sein. Denn dann kann sich die warme Luft nicht richtig im Raum verteilen.

Heizen als Klimakiller

Falsches Heizen ist nicht nur teuer, es kann auch dem Klima schaden, sagen Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Zum Beispiel, wenn mit fossilen Energien geheizt wird. Deswegen haben die Forscher des DIW auch den CO2-Ausstoß beim Heizen untersucht.

Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die klimaschädlichen Emissionen seit 2010 um rund 21 Prozent gesunken sind. Doch der Rückgang sei "kaum den Anstrengungen bei mehr Gebäudeeffizienz geschuldet", erklärte DIW-Forscher Jan Stede.

Vielmehr seien die Winter wärmer geworden, dadurch haben Verbraucher weniger geheizt und weniger CO2 produziert. Temperatur- und witterungsbereinigt betrage das CO2-Minus in den vergangenen zehn Jahren lediglich 2,6 Prozent.

2021: Eine Tonne CO2 kostet 25 Euro

Um ihre Klimaziele zu erreichen plant die Bundesregierung im kommenden Jahr eine sogenannte CO2-Bepreisung. Ab Januar kostet eine Tonne CO2 zunächst 25 Euro. Die Kosten trägt der Handel, das heißt, wenn ein Unternehmen Kohle, Heizöl, Benzin, Diesel, Erdgas oder Flüssiggas verkaufen, zahlen sie für jede Tonne CO2, die die Stoffe im Verbrauch verursachen werden.

Wenn die Unternehmen die CO2-Steuer auf die Verbraucher umlegen, werden vermutlich auch die Heizkosten steigen, wenn man mit fossilen Brennstoffen heizt.

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