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Rentenlücke: Wie viel Rente wird wohl später fehlen? | BR24

© BR/Nikolaus Nützel

Je weiter die Rente weg ist, desto ferner sind oft die Überlegungen, wie der Lebensstandard später einmal sein wird. Gerade in jungen Jahren ist es aber noch leichter, eine Rentenlücke zu verkleinern. Dafür muss man sie aber erst einmal berechnen.

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Rentenlücke: Wie viel Rente wird wohl später fehlen?

Je weiter die Rente weg ist, desto ferner sind oft die Überlegungen, wie der Lebensstandard später einmal sein wird. Dabei ist es gerade in jungen Jahren noch leichter, eine Rentenlücke zu verkleinern. Dafür muss man sie aber erst einmal berechnen.

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Die gesetzliche Rente ist für viele Deutsche weiterhin der wichtigste Teil ihrer Altersvorsorge. Doch in vielen Fällen reicht sie bei weitem nicht, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Es gibt vor allem online eine Menge Angebote, um auszurechnen, wie groß die Versorgungslücke bei einem selbst ausfallen wird. Wer es halbwegs genau wissen will, kommt aber nicht darum herum, sich etwas Zeit zu nehmen.

Leere Versprechen bei der Berechnung der Rentenlücke

Vor allem Fondsgesellschaften und Banken geben im Internet ein Versprechen ab: Mit wenigen Mausklicks lasse sich ausrechnen, wie viel einem im Alter fehlen wird, um weiterhin wie gewohnt leben zu können. Die Stiftung Warentest warnt allerdings vor einem naiven Umgang mit solchen Online-Rechnern.

Sie seien oft recht ungenau, wenn es darum geht, abzuschätzen, was man im Alter insgesamt tatsächlich unterm Strich erwarten kann, sagt der Warentest-Mitarbeiter Max Schmutzer. Und bei der Frage, wie viel Geld man im Alter braucht, gingen Online-Rechner oft von einem recht groben Schätzwert aus: 80 Prozent des Bedarfs als Berufstätiger. Doch eine solche Rechnung sei in vielen Fällen zu pauschal, glaubt Schmutzer.

Eigene Rechenarbeit bei der Berechnung der Rentenlücke unvermeidlich

Die Stiftung Warentest empfiehlt daher, in einem ersten Schritt selbst zusammenzurechnen, was im Ruhestand aus verschiedenen Quellen fließen wird. Die gesetzlichen Rentenkassen verschicken dazu regelmäßig schriftliche Informationen, auch Anbieter privater Altersvorsorge-Produkte halten ihre Kunden auf dem Laufenden. Das gleiche gilt für Firmen, die für ihre Beschäftigten eine betriebliche Altersversorgung organisieren. Dazurechnen muss man gegebenenfalls künftige Einkünfte aus Mieten oder Kapitalerträgen.

Von der Gesamtsumme müssen dann wiederum mögliche Steuern und Ausgaben für Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen werden. Diesem Netto-Ergebnis für die Alterseinkünfte muss jeder für sich gegenüberstellen, was er als Ausgaben erwartet.

"Die Ausgaben im Alter können sehr unterschiedlich ausfallen. Wer in München zur Miete wohnt, hat einen anderen finanziellen Bedarf als jemand, der auf dem Land im eigenen Haus lebt." Max Schmutzer, Stiftung Warentest

Beratung der gesetzlichen Rentenversicherung nicht immer gut

Ein Weg, sich Klarheit über die eigenen Aussichten zu verschaffen, ist eine Beratung bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Stiftung Warentest hat im Herbst 2019 von Mitarbeitern probehalber 80 solche Beratungen wahrnehmen lassen, ohne dass die Berater wussten, dass Warentest-Mitarbeiter vor ihnen saßen. In einigen Fällen sei die Beratung professionell und hilfreich verlaufen, oft sei sie allerdings auch deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, resümierte die Stiftung hinterher.

Max Schmutzer von der Stiftung Warentest hält diese Momentaufnahme aber für keinen Grund, sich von den Beratungsangeboten der Deutschen Rentenversicherung komplett abschrecken zu lassen.

"In der Summe ist das Beratungsangebot der Rentenkassen eine gute Sache – etwas, das man durchaus nutzen sollte. Man sollte aber gut vorbereitet in das Gespräch gehen und alle Unterlagen gut sortiert beisammenhaben." Max Schmutzer, Stiftung Warentest

Rentenberater sind Rechtsberater – sie berechnen nicht die Rentenlücke

Wer sich über die Versorgungslücke kundig machen will, die ihn möglicherweise erwartet, könnte auch auf die Idee kommen, sich an einen privaten Rentenberater zu wenden. Der Schwerpunkt der Männer und Frauen, die diese Berufsbezeichnung führen, liegt allerdings nicht auf der Beratung in finanziellen Fragen, sondern sie bieten Rechtsberatung vor allem im Sozialrecht an. Private Rentenberater erhalten für ihre Dienstleistung eine Vergütung, die im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz geregelt ist.

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