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Auch im Rentenalter muss man ab einer gewissen Grenze eine Steuererklärung abgeben.

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Steuern zahlen im Alter: Worauf muss ich achten?

Rentnerinnen und Rentner müssen im Alter Steuern zahlen, wenn der steuerpflichtige Teil der Rente über dem Grundfreibetrag liegt. Die Zahl der Steuerpflichtigen steigt mit jedem Jahr. Die Betroffenen müssen dann auch eine Steuererklärung abgeben.

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Von
  • Wolfram Schrag

Im Jahr 2019, so hat das Statistische Bundesamt zuletzt errechnet, haben 21,6 Millionen Menschen eine Leistung aus gesetzlichen, betrieblichen oder privaten Rentenkassen bekommen. Und rund ein Fünftel bezahlte zuletzt Steuern. Ob und wieviel Steuern zu bezahlen sind, richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns und hängt auch davon ab, ob man im Alter noch weitere Einkünfte hat.

Der lange Weg zur "nachgelagerten Besteuerung"

2005 wurde die Besteuerung der Renten umgestellt, weil sie an die Pensionen der Beamtinnen und Beamten angeglichen werden musste. Seitdem ist die Rente einem Einkommen im Alter ähnlich, das dann besteuert werden muss, wenn es ausbezahlt wird. Im Gegenzug werden die Erwerbstätigen entlastet: Sie können Beiträge zur Rentenversicherung und weitere Vorsorgebeträge bei der Steuer als Sonderausgaben abziehen, und zwar mit jedem Jahr zu einem höheren Anteil. Diese Umstellung wurde bis ins Jahr 2040 gestreckt. Ab diesem Rentnerjahrgang ist die Altersrente dann zu 100 Prozent zu versteuern.

Wie hoch der steuerpflichtige Anteil der Rente ist, wurde für die Rentnerjahrgänge zwischen 2005 und 2039 genau festgelegt und gilt dann lebenslang. Beispiel: Wer 2011 in Rente ging, muss 62 Prozent seiner Rente versteuern und erhält entsprechend einen Rentenfreibetrag von 38 Prozent. Wer 2021 in Rente geht, muss schon 81 Prozent versteuern bei einem Rentenfreibetrag von 19 Prozent.

Wann müssen Rentner eine Steuererklärung abgeben?

Rentnerinnen und Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben, wenn der steuerpflichtige Teil der Jahresbruttorente den Grundfreibetrag übersteigt. Dieser beträgt 2021 für Alleinstehende 9.744 Euro, bei Verheirateten das doppelte und soll das Existenzminium sichern. Die Höhe der Jahresbruttorente ergibt sich dabei aus der Renteninformation.

Wie hoch die Steuerlast ist, hängt vom persönlichen Steuersatz ab. Dieser kann sich erhöhen, wenn man zusätzliche Einkünfte im Alter hat. Dazu zählen auch sämtliche privaten und betrieblichen Rentenzahlungen (z.B. Riester-Rente). Hinzugerechnet werden aber auch andere Einkünfte (zum Beispiel aus Kapitaleinkünften). Auch die jährlichen Rentenerhöhungen (Rentenanpassungen) sind voll zu versteuern und können im Laufe der Zeit so zu einer Steuerpflicht führen.

Das ist bei Steuererklärung und Berechnung der Steuer zu beachten

Rentnerinnen und Rentner müssen bei der Steuererklärung vor allem auf die "Anlage R" achten. Das steht für "Renten und andere Leistungen aus dem Inland". Betriebsrenten und weitere private Altersbezüge werden im Formular R-AV / bAV vermerkt.

Im Übrigen gilt für Seniorinnen und Senioren, dass sie Kosten von der Steuer absetzen können. Dazu gehören die Sonderausgaben, wie zum Beispiel Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Zusätzlich können sie außergewöhnliche Belastungen oder aber auch Handwerkerkosten steuerlich geltend machen.

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