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Reiseunternehmer kritisieren Form der staatlichen TUI-Rettung | BR24

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Der Staat greift tief in die Tasche, um den Reisekonzern TUI am Leben zu erhalten. Die Regierung hat ihre Hilfen jetzt auf insgesamt 3 Milliarden Euro aufgestockt - sehr zum Leidwesen vieler kleinerer Reiseunternehmen.

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Reiseunternehmer kritisieren Form der staatlichen TUI-Rettung

Der Staat greift tief in die Tasche, um den Reisekonzern TUI am Leben zu erhalten. Die Regierung hat ihre Hilfen jetzt auf insgesamt drei Milliarden Euro aufgestockt - sehr zum Leidwesen vieler kleinerer Reiseunternehmen.

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Der Reisestopp wegen der Corona-Pandemie hat den weltgrößten Tourismuskonzern TUI tief in die roten Zahlen gerissen. Unter dem Strich gab es im dritten Geschäftsquartal von April bis Juni ein Minus von rund 1,4 Milliarden Euro. Der Umsatz brach 98,5 Prozent ein. Um die Krise zu überstehen, bekommt TUI Staatshilfen im Umfang von drei Milliarden Euro. Kleinere Firmen fühlen sich dabei benachteiligt.

Reisebranche kritisiert Staatshilfen für TUI

Alle, die ihr Geld mit Auslandsreisen verdienen, kämpfen derzeit ums Überleben. Doch während den Großen der Branche wie TUI und FTI vom Staat großzügig mit Milliardensummen geholfen wird, bekommen kleine Reisebüros und Veranstalter nur schwer Unterstützung, beklagt Anke Budde von der Allianz selbständiger Reiseunternehmen.

"Auf jeden Fall ist es ein Schlag ins Gesicht des Mittelstands. Wir werden absolut benachteiligt. Für die kleineren Firmen sind strenge Bedingungen geknüpft an die Überbrückungshilfen." Anke Budde, Allianz selbstständiger Reiseunternehmen

Inhaber von kleinen Firmen dürften sich aus den Hilfen kein Gehalt zahlen, während der TUI-Chef weiter sein Geld bekomme, so Budde.

Viele Unternehmen kämpfen um die Existenz

Viele der rund 3.000 Reiseveranstalter und gut 10.000 Reisebüros in Deutschland gingen ganz leer aus und stünden vor der Pleite. Die staatlich gestützte TUI dränge gerade die Reisebüros zusätzlich in die Enge.

"Anstatt man auf eine faire Zusammenarbeit in die Zukunft aufbaut, will man jetzt die Online-Buchung und die Digitalisierung vorantreiben, sodass der Verbraucher eben direkt auch bei der TUI bucht." Anke Budde, Allianz selbstständiger Reiseunternehmen

Und die TUI sich damit die Provision spart. Grundsätzlich begrüßt es Anke Budde, die selbst ein Reisebüro hat, dass der TUI geholfen wird. Denn eine weitere große Pleite wie Thomas Cook würde den Pauschalreisemarkt dauerhaft erschüttern.

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