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Sonnenuntergang auf Mallorca

Die Pfingstferien rücken näher - und damit oft eine Urlaubsreise. Ohne Versicherungsschutz kann Corona einen Strich durch die Rechnung machen.

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Clara Margais
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    Reiserücktritt wegen Corona: Darauf kommt es an

    Um Stornokosten zu vermeiden, wenn der Urlaub wegen Corona ausfällt, sind Reiserücktrittsversicherungen beliebt. Es lohnt sich jedoch der Blick ins Kleingedruckte: Nicht jeder Anbieter springt bei Covid-19 ein – das gilt auch bei alten Verträgen.

    Von
    Tobias BrunnerTobias Brunner
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    Der langersehnte Urlaub ist gebucht, die Vorfreude wächst – doch zwei Tage vorher kommt die Hiobsbotschaft: Positiver Corona-Test, Quarantäne, der Urlaub fällt flach. In solchen Fällen kann eine Reiserücktrittsversicherung helfen, damit man nicht auf seinen Kosten sitzen bleibt. Doch darauf sollte man sich laut Julia Zeller von der Verbraucherzentrale Bayern nicht bei jedem Anbieter bedenkenlos verlassen.

    Corona nicht automatisch mitversichert

    Denn die Reise-Expertin der Verbraucherzentrale Bayern beobachtet bei den Versicherern nach wie vor Unterschiede: Corona-Erkrankungen würden zwar mittlerweile von vielen abdeckt, aber nicht von allen. Auch kann es sein, dass ein Corona-Baustein extra mit abgeschlossen werden muss oder eine Selbstbeteiligung fällig wird.

    Der wichtigste Tipp von Zeller deshalb: "Vergleichen und schauen, dass die Versicherung auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt ist."

    Stiftung Warentest: Reiseabbruchversicherung dazunehmen

    Die Stiftung Wartentest hat kürzlich die Angebote für Reiserücktrittsversicherungen untersucht. Auch sie rät dazu, genau auf das Kleingedruckte zu achten. Denn selbst wenn Corona prinzipiell als Grund in den Versicherungsbedingungen aufgeführt ist, kann es bei den Details feine Unterscheide geben: Etwa bei den Leistungen im Quarantäne-Fall oder bei der Frage, ob als Nachweis ein positiver PCR-Test oder ein ärztliches Attest benötigt wird. Auch kann eine mögliche Reisewarnung je nach Anbieter unterschiedlich gehandhabt werden.

    Außerdem schreibt die Stiftung Warentest: "Wir empfehlen grundsätzlich, die Reiserücktrittsversicherung mit einer Reiseabbruchversicherung abzuschließen." Letztere greift, falls der Urlaub Corona-bedingt vorzeitig zu Ende ist, sie erstattet dann etwa Kosten für bereits gebuchte Hotels oder Touren.

    Verbraucherzentrale: Risiko und Preis abwägen

    Auch Julia Zeller erachtet beide Versicherungen als wichtig. Dennoch sollte nach ihrer Ansicht jeder selbst entscheiden, wie hoch das jeweilige finanzielle Risiko ist und wie viel einem die Absicherung wert sei. In jedem Fall aber rät die Reise-Expertin auch hier erneut zu vergleichen, ob man beide Versicherungen beim selben Anbieter bucht oder sich für zwei verschiedene entscheidet. "In der Kombination kann es günstiger sein – muss es aber nicht", erklärt sie.

    Zur Einordnung: Beim Testsieger der Stiftung Warentest kostet im Rechenbeispiel bei einer 3.000-Euro-Reise die Rücktrittsversicherung 144 Euro. Wird gleichzeitig auch eine Abbruchversicherung gebucht, kommen noch einmal 19 Euro hinzu. Grundsätzlichen orientieren sich die Preise der Policen in der Regel am Wert der Reise: Je mehr diese kostet, desto teurer fällt auch die Versicherung aus.

    Ältere Verträge: Bei Versicherung wegen Corona-Schutz nachfragen

    Und wie verhält es sich mit alten Verträgen, die sich fortwährend von Jahr zu Jahr verlängern? Schließlich werden solche Jahresverträge teilweise bereits für rund 30 Euro angeboten – bei nicht wenigen Verbraucherinnen und Verbraucher laufen sie einfach weiter, sei es aus Bequemlichkeit oder weil sie vergessen wurden.

    Auch hier lassen sich aus Sicht der Verbraucherschützerin keine pauschalen Aussagen treffen: Manche Versicherer hätte demnach Covid-19 auch in diese Verträge mit aufgenommen, andere wiederum nicht. "Ich würde in solchen Fällen jedem empfehlen, aktiv bei der Versicherung nachzufragen", sagt Zeller.

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