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Regionale Produkte - So wird getrickst | BR24

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Große Auswahl: Immer mehr Handelsketten werben mit regionalen Produkten. Doch nicht überall wo "regional" draufsteht ist "regional" drin.

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Regionale Produkte - So wird getrickst

Viele Lebensmittel kommen nicht aus der Region, auch wenn Siegel, Aufschriften und das Design der Verpackung das nahelegen. Diese typischen Fallstricke sollten Sie bei der Suche nach regionalen Produkten beachten.

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Produkte aus der Region sind gefragt. Die Mehrheit der deutschen Verbraucher wünscht sich laut Studien in Zukunft sogar eine noch breitere Auswahl an Regio-Produkten. Längst haben auch die großen Handelsketten und Discounter Regionalität als Profilierungsthema für sich entdeckt. Allerdings sollte man beim Einkauf auf Mogelpackungen achten.

Werbung mit Siegeln und unbestimmten Begriffen

Da sich regionale Produkte gut verkaufen, drucken viele Hersteller eigene Regional-Siegel oder Begriffe wie "von hier", "aus der Region" oder "Heimat" auf die Verpackung. Da es keine gesetzliche Definition für "Regionalität" gibt, kann jeder Hersteller etwas ganz anderes unter einem regionalen Produkt verstehen. Vergleichbarkeit ist hier in keiner Weise gegeben.

Geschützte geografische Angabe nicht gleich regional

Nürnberger Lebkuchen und schwäbischer Spätzle - viele regionale Spezialitäten sind besonders geschützt. Aber Achtung: Nur eine Phase im Produktionsprozess muss in der Region stattfinden, die Rohstoffe können aus einer ganz anderen Region stammen.

Nürnberger Lebkuchen dürfen also nur in Nürnberg hergestellt werden und müssen mit der bei der EU hinterlegten Rezeptur übereinstimmen - die Zutaten aber können von ganz woanders herkommen.

Herstelleradresse und Firmenname kein Regio-Indiz

Die Adresse des Herstellers hat keinerlei Aussagekraft über die Herkunft der verwendeten Rohstoffe. Genauso wenig lässt sich aus ortsbezogenen Firmennamen wie "Berchtesgadener Land" oder "Weihenstephaner" ableiten, ob Rohstoffe oder Produkte aus der jeweiligen Region stammen.

Identitätskennzeichen ≠ Regionalkennzeichen

Abgepackte tierische Produkte müssen mit dem Identitätskennzeichen (z.B. D BY xxx) markiert sein.

Dabei handelt es sich um ein ovales Zeichen. Es bedeutet: Der Betrieb, der das Produkt zuletzt behandelt oder verpackt hat, arbeitet nach EU-weiten Hygienestandards und wird entsprechend überwacht.

Allerdings lässt sich daraus nicht ableiten, woher die Zutaten stammen. Mit dem Code kann lediglich der Betrieb, der das Produkt zuletzt bearbeitet oder auch nur verpackt hat, ermittelt werden.

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Regio-Lebensmittel sind gefragt. Was auf der Verpackung steht, führt aber oft in die Irre. Auf welche Kennzeichnungen könnt Ihr Euch verlassen?