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Reaktionen der Wirtschaft auf Einigung in Brüssel | BR24

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Die EU hat im Rahmen ihrer Corona-Hilfen und des neuen gemeinsamen Haushalts eine historische Einigung erzielt. Zur Finanzierung wird es gemeinsame Anleihen aller EU-Länder geben. Die Reaktionen der Ökonomen fallen unterschiedlich aus.

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Reaktionen der Wirtschaft auf Einigung in Brüssel

Die EU hat bezüglich ihrer Corona-Hilfen und des neuen gemeinsamen Haushalts eine historische Einigung erzielt. Zur Finanzierung wird es gemeinsame Anleihen aller EU-Länder geben. Die Reaktionen der Ökonomen fallen unterschiedlich aus.

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In der deutschen Wirtschaft wurde die Einigung in Brüssel begrüßt. Joachim Lang zufolge zeigt sich die EU damit handlungsfähig und solidarisch. Lang ist Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband der Deutschen Industrie

"Das lange Ringen der EU-Staats- und Regierungschefs kommt endlich zu einem guten Ende.“ BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang

Mit den neuen Mitteln aus dem Wiederaufbaufonds von 750 Milliarden Euro und der Einigung über den mehrjährigen Finanzrahmen von rund einer Billion Euro sende die EU ein wichtiges Signal für die Zukunft Europas. Die vereinbarten Zuschüsse von 390 Milliarden Euro trieben den wirtschaftlichen Wiederaufbau erheblich voran, so Lang. Er trat zudem dafür ein, dass die Regierungen ihre Pläne für den nationalen Wiederaufbau zügig vorlegen. Das fordert man auch beim BGA, beim Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen. Es sei ein guter Tag für Europa! Es sei der EU ein fairer Deal gelungen.

"Wir begrüßen, dass die Finanzmittel keine Geldgeschenke sind, sondern an Bedingungen geknüpft sein werden.“ BGA-Vizepräsidentin Ines Kitzing

Wirtschaftswissenschaftler uneins

Beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin sieht man in den Beschlüssen des EU-Gipfels eine wichtige Weichenstellung für eine gemeinsame Zukunft jenseits der Corona-Krise: mit neuen Standards in Sachen Umwelt, Klima und mehr Chancengleichheit in den einzelnen EU-Ländern. Die Zuschüsse und Kredithilfen sollen verhindern, dass die Mitgliedsländer in der Pandemie wegen ihrer unterschiedlichen Wirtschaftskraft noch weiter auseinander driften.

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung sieht genau darin ein Problem: in Ländern wie Italien fehle es nun endgültig an Anreizen für Reformen, wenn das Geld aus Brüssel nicht mehr zurückgezahlt werden müsse. Auf diese Weise könne die Wettbewerbsfähigkeit dort erst recht nicht steigen. Das Volumen des Wiederaufbaufonds erscheint auf den ersten Blick sehr groß. Die Masse der möglichen Auszahlungen wird aber erst in den nächsten Jahren stattfinden. Dann sollte die Corona-Krise längst überwunden sein. Dennoch, heißt es bei der Commerzbank, könne der EU-Fonds einen Beitrag zur Wiederbelebung der europäischen Wirtschaft leisten. Ifo-Chef Clemens Fuest wertet die Einigung auf dem EU-Gipfel als Vertrauensvorschuss an die Empfängerländer. Die wirtschaftliche Erholung werde jedoch nur funktionieren, wenn die betroffenen Länder selbst erhebliche Reformanstrengungen unternehmen.

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