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Razzia bei Blackrock in München - Merz will Aufklärung | BR24

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© dpa-Bildfunk/Lino Mirgeler

Sitz von Blackrock in München

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Razzia bei Blackrock in München - Merz will Aufklärung

Ermittler haben offenbar Räume des Vermögensverwalters Blackrock in München durchsucht - wegen umstrittener Cum-Ex-Geschäfte. Aufsichtsratschef des Konzerns ist der CDU-Politiker Friedrich Merz. Er versprach Aufklärung.

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Ermittler der Kölner Staatsanwaltschaft haben einem Insider zufolge Räume des Vermögensverwalters Blackrock in München durchsucht. Grund sei ein Ermittlungsverfahren zu umstrittenen Cum-Ex-Geschäften, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Darüber hatte zuerst die "Bild"-Zeitung berichtet.

Ein Konzernsprecher sagte: "Blackrock arbeitet in einer laufenden Untersuchung im Zusammenhang mit Cum-Ex-Transaktionen im Zeitraum 2007 bis 2011 uneingeschränkt mit den Ermittlungsbehörden zusammen." Die Staatsanwaltschaften München und Köln wollten sich nicht äußern.

Merz verspricht Aufklärung

Die Ermittlungen betreffen einen Zeitraum, lange bevor Friedrich Merz bei Blackrock Deutschland Aufsichtsratschef wurde. Der Kandidat für den CDU-Vorsitz leitet seit 2016 das Kontrollgremium des deutschen Ablegers.

Merz versprach umfassende Aufklärung: Er habe in Deutschland den Blackrock-Vorstand "angewiesen, mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten und alle Dokumente auf den Tisch zu legen", sagte der CDU-Politiker am Abend in Düsseldorf. "Es wird hier alles aufgeklärt und wir werden daran aktiv mitarbeiten", versprach Merz: "Das wird der Vorstand nach meiner Weisung tun."

Merz hatte kürzlich in einem Interview gesagt, Aktiengeschäfte wie Cum-Ex dienten letztlich dazu, "die Steuerzahler auszunehmen". Derartige Geschäfte seien "vollkommen unmoralisch", unabhängig von der juristischen Bewertung.

Milliarden-Schaden in Deutschland

Bei "Cum-Ex" ließen sich Anleger die einmal gezahlte Kapitalertragsteuer mit Hilfe ihrer Bank mindestens zwei Mal erstatten. Dazu verschoben sie um den Dividendenstichtag herum untereinander Aktien mit (lateinisch: "Cum") und ohne ("Ex") Dividendenanspruch. Allein in Deutschland entgingen dem Fiskus dadurch nach Angaben des Bundesfinanzministeriums mehr als fünf Milliarden Euro, bevor die Gesetzeslücke 2012 geschlossen wurde.

Bislang waren im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften vor allem Banken ins Visier der Ermittler geraten, etwa die Commerzbank, die spanische Santander oder die australische Macquarie. Mit Blackrock bekämen die Tricksereien eine neue Dimension: Der Vermögensverwalter ist insbesondere bei börsengehandelten Indexfonds (ETF) ein Schwergewicht und verwaltet mehr als sechs Billionen Dollar an Kundengeldern. Blackrock gehört bei zahlreichen Konzernen zu den wichtigsten Aktionären, etwa bei der Deutschen Bank, Siemens oder Daimler.

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Der größte Vermögensverwalter der Welt.

© pa/dpa

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