Frau bezahlt via Handy mit Bitcoin für ein Basketball-Trikot
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69 Euro kostet das Trikot, das an der Kasse liegt. Eine Frau zückt ihr Smartphone und bezahlt mit Bitcoin.

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    Shoppen mit Bitcoins: Hier klappt es schon

    Shoppen mit Bitcoins: Hier klappt es schon

    Mit EC- oder Kreditkarte statt mit Bargeld einzukaufen ist für viele Menschen längst Alltag. Eine neue Möglichkeit gibt es jetzt in Neu-Ulm: Hier kann man im Fanshop der Basketballer von Ratiopharm Ulm mit Bitcoin bezahlen.

    69 Euro kostet das Trikot, das an der Kasse liegt. Eine Frau zückt ihr Smartphone mit einer "Wallet", also einem digitalen Geldbeutel, in dem Bruchteile eines Bitcoin stecken. Der Verkäufer zeigt auf seinem Handy einen quadratischen Code, den die Kundin scannt. Schon haben die Bitcoin-Anteile den Besitzer gewechselt. Seit Donnerstag kann man so im Fanshop auf dem Basketball-Campus in Neu-Ulm einkaufen.

    Keine Datensammlung, keine Gebühren

    Simon Honc ist von diesem Bezahlmodell überzeugt. Er trifft sich regelmäßig mit Gleichgesinnten zu einem Bitcoin-Stammtisch. "Vorteil ist, dass kein Anbieter Daten sammelt oder hohe Gebühren für Überweisungen kassiert", sagt Honc. Gerade Geschäftsinhaber könnten so viel Geld sparen.

    Kein Konto, keine Kreditkarte

    Die Bezahlung mit Bitcoin funktioniert ganz ohne Kreditinstitute, es braucht weder ein Bankkonto noch eine Kreditkarte. Dabei war vor gar nicht allzu langer Zeit das Übertragen von Bitcoins noch verhältnismäßig teuer und dauerte lange. Dieses Problem wurde mit einem Netzwerk namens "Lightning" gelöst, das die Technik deutlich attraktiver macht. Unternehmen wie Tesla oder Lieferando akzeptieren inzwischen Zahlungen mit Bitcoin. Andere Firmen haben sich davon schon wieder verabschiedet.

    Bitcoin unterliegt starken Schwankungen

    Ein Grund ist die Wertentwicklung, die in den vergangenen Jahren eine regelrechte Berg- und Talfahrt hingelegt hat. Stand der Bitcoin 2017 noch bei 16.000 Euro, kollabierte die Kryptowährung zwischenzeitlich auf 3.000 Euro, nur um danach auf über 50.000 Euro anzusteigen. Viele Läden sind allerdings darauf angewiesen, dass Währungen stabil bleiben, damit die eigene Geschäftsgrundlage nicht ins Wanken gerät. "Wir werden unsere Bitcoins jeden Abend in Euro umtauschen, aber das hat auch steuerliche Gründe", sagt Andreas Oettel, der Geschäftsführer des Basketball-Bundesligisten.

    Bezahlen muss benutzerfreundlicher werden

    Dass es im Fanshop überhaupt die Möglichkeit gibt, mit Bitcoin zu zahlen, liegt an einem Sponsor der Mannschaft: ein App-Anbieter, hinter dem die Börse Stuttgart steht. Um mit dem Angebot die breite Masse zu erreichen, muss es aber wohl noch benutzerfreundlicher werden. Denn wer mit einer Kryptowährung zahlen will, muss sie erst bei einer entsprechenden Börse oder einem anderen Anbieter kaufen und sie dann eben in die "Wallet" auf sein Smartphone übertragen. Fraglich ist auch, ob Kunden ihre Bitcoin nicht in der Hoffnung auf künftige Wertsteigerungen einfach behalten. Viele dürften eher ihre Euro ausgeben, die nach derzeitiger Inflation stark an Kaufkraft verlieren.

    Sparkassen wollen einsteigen

    Wieviel Potenzial im Thema steckt, zeigen allerdings Pläne der Sparkassen. Die eher traditionellen Geldhäuser prüfen den Start einer Kryptowallet im nächsten Jahr. Bei rund 50 Millionen Kunden könnten die digitalen Währungen den Massenmarkt durchdringen. Allerdings sollten die Geldhäuser auch gut über die spekulative Anlage aufklären. Denn sonst könnten auf die "Lehman-Rentner", die in der Finanzkrise viel Geld verloren hatten, bald die Krypto-Senioren folgen.

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