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Putzen kann so einfach sein – diese alternativen Mittel helfen | BR24

© BR/Elke Schmidhuber

In vielen Haushalte wird gerade deutlich mehr selber geputzt. Zum einen, weil man mehr zu Hause ist, zum anderen, weil Putzhilfen derzeit wohl weniger im Einsatz sind. Wir haben deswegen ein paar Tipps zusammengetragen – auch zu den Putzmitteln.

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Putzen kann so einfach sein – diese alternativen Mittel helfen

In vielen Haushalte wird gerade deutlich mehr selber geputzt. Zum einen, weil man mehr zu Hause ist, zum anderen, weil Putzhilfen derzeit wohl weniger im Einsatz sind. Wir haben deswegen ein paar Tipps zusammengetragen – auch zu den Putzmitteln.

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Hand aufs Herz – es gibt Orte, die man daheim weniger gerne reinigt als andere. Abgesehen davon, dass sie nicht so einfach erreichbar sind – man also eine Haushaltsleiter organisieren muss – gibt es noch einen weiteren Nachteil: Manche Oberflächen sind schwieriger zu reinigen, wenn sie aus einem speziellen Material sind.

Soda hilft bei der Dunstabzugshaube

Die Dunst-Abzugshaube über dem Herd beispielsiweise - sie zu reinigen ist nicht ganz einfach, denn nur eine spezielle Paste, die nicht billig ist und aggressiv riecht, scheint das optimale Ergebnis zu erzielen. Mit Spülmittel lässt sich ein Teil der Staub-Fett-Kombination zwar entfernen - wer aber zu stark reibt, der merkt schnell, dass das Material danach rostet.

Iris Graus von der Verbraucherzentrale Bayern in Würzburg hat dazu eine ebenso günstige wie auch geruchsneutrale Alternative. Sie empfiehlt eine Lösung aus Soda, da Soda die fettigen Bestandteile des Schmutzes gut lösen könne. "Zwei Esslöffel Soda auf fünf Liter Wasser. Dann wird das aufgesprüht im Dunstabzug, man lässt es eine viertel Stunde einwirken, danach mit sauberem Wasser nachwaschen."

Der Backofen wird auch mit Soda sauber

Auch der Backofen lasse sich mit Soda reinigen, so Graus. "Auch da wird eine Lösung hergestellt, die wird dann aufgetragen auf die Metallflächen, wird eingeweicht und dann entsteht eine Verseifung und dann wird die Lauge wieder abgewaschen, da wird das Fett schön abgelöst."

Drei Mittel reichen im Haushalt

Die Fachfrau für umweltfreundliche Reinigungsmittel rät grundsätzlich nur zu drei Mitteln im Haushalt. Ein Spülmittel, einen Neutralreiniger, also ein sanfter Allzweckreiniger mit neutralem PH-Wert, und Zitronensäure. Mehr brauche es nicht. Dabei sei Spülmittel das Einfachste, da es universell eingesetzt werden könne. "Und als Saures nehme ich ganz gerne die Zitronensäure. Weil Essig gehört für mich eigentlich immer nur in den Salat. Und Essig macht eben Dichtungen kaputt und zerstört leider auch viele Chromteile. Für mich ist die Zitronensäure wesentlich sanfter mit gleichem Reinigungserfolg."

Die Zitronensäure im Test

Der Test: Zitronensäure gibt es fertig in Flüssigform zu kaufen. Aber es gibt sie auch noch günstiger in Pulverform. Auf der Rückseite der Verpackung steht: für Armaturen 1,5 Esslöffel Pulver in einem viertel Liter Wasser auflösen. Dann mit dem Lappen aufbringen oder aufsprühen - und 10 bis 15 Minuten einwirken lassen.

Allerdings empfiehlt es sich auch, noch ein wenig Neutralreiniger dazuzugeben, um die Fettverschmutzungen, gerade in Bädern, zu lösen. Dann mit Wasser abspülen ... funktioniert! Wasserkocher, Kaffeemaschine, Geschirrspüler und Waschmaschine – alles kann mit Zitronensäure entkalkt werden. Welche Dosierung dafür notwendig ist, steht auf der Rückseite der Verpackung.

Das "Wundermittel" Soda

Das Gleiche gilt für die Anwendung von Soda. Egal ob Wolle, Seide aber auch stark verschmutzte Wäsche, in Soda eingeweicht, löst sich der Schmutz. Auch Wände und Türen lassen sich mit Soda am besten reinigen, ebenso Holzbretter, Thermoskannen, Fritteusen, Töpfe. Blumentöpfe im Garten und Steine ebenfalls, denn Soda entfernt Grünbelag.

Bei Putzmitteln ist weniger mehr

Auch Philipp Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrheinwestfalen sagt, bei Reinigungsmittel im Haushalt ist weniger mehr. Nicht nur für den Geldbeutel ist es wichtig, möglichst wenig Chemie zu verbrauchen, sondern auch für die Umwelt.

Außerdem empfiehlt er Mikrofasertücher als Reinigungswerkzeug. "Weil die eben eine sehr große Oberfläche haben und damit viel Schmutz binden. Da kann man mit viel weniger Putzmittel oder auch mit gar keinem Putzmittel schon sehr gute Ergebnisse erzielen."

Nach der Benutzung gehören die Lappen dann in die Wäsche - bei 60 Grad.

Alle ein bis zwei Wochen Kühlschrankputz

Für den Kühlschrank empfiehlt Heldt einen einfachen Basisreiniger oder Spüli. Wichtig sei dabei vor allem: nur einen sauberen Lappen zu nehmen, der noch keine andere Oberfläche berührt hat. Sonst verteile man ja nur Bakterien.

Einmal pro Woche sollte ein Kühlschrank geputzt werden, wenn mehrere ihn benutzen. Im Singlehaushalt genügt in der Regel eine Reinigung alle zwei Wochen. Eine Desinfektion des Kühlschranks sei dabei nicht notwendig. "Weil die Mittel relativ aggressiv sind" und das im Kontakt mit Lebensmitteln nicht gut sei. Und: "Zu Corona muss man gar nichts beachten, weil der Kühlschrank ja nicht in der Öffentlichkeit steht, als im privaten Haushalt steht."

Biowaschmittel für die Wäsche

Bei der Wäsche rät er zu sogenannten Biowaschmitteln. Sie werden zum Teil unter dem Begriff "sensitiv" vertrieben. "Die sind frei von Duft- und Konservierungsstoffen. Das ist natürlich einmal interessant, wenn ich Allergiker bin und empfindlich auf gewisse Stoffe reagiere. Und die sind auch in der Kläranlage leichter abbaubar."

Und wenn man noch ökologischer Waschen wolle, empfehle es sich, im Herbst Kastanien zu sammeln. Anschließend müsse man sie mit einem Hammer zertrümmern, so Heldt. "Das Innere enthält waschaktive Substanzen und die kann ich ähnlich wie bei der Waschnuss in einen kleinen Stoff und dann in die Waschmaschine geben. Das hat aber natürlich den Nachteil, dass das Ergebnis nicht ganz so gut ist. Weil da eben viele Substanzen, die in einem normalen Waschmittel sind, fehlen."

Was aber macht man mit den Fußböden?

Bleibt nur noch eine Frage: Die Böden - Laminat, Holz oder Fliesenboden – kann man die wirklich alle mit dem gleichen Reiniger putzen? Nein, sagt Iris Graus vom Verbraucherservice in Würzburg. Fliesen könne man mit Neutralreiniger reinigen. Die man aber nicht mit Schmierseife verwechseln solle.

Bei Laminat und Holz empfiehlt sie dagegen erst eine Trockenreinigung und im Anschluss dann eine "nebelfeuchte" Reinigung, das heißt mit gut ausgedrücktem Reinigungstüchern. Bei geöltem Holzböden auch bei Parkett, da brauche es dann auch noch einen rückfettenden Reiniger, damit das Öl nicht entfettet wird. Deswegen brauche es da eine Holzseife.

Normale Reinigung reicht auch in Corona-Zeiten

Und wegen Corona muss da bei der Reinigung im Haushalt etwas besonders beachtet werden? "Da sind wir der Meinung, die normale Reinigung reicht. Weil diese andauernde Beseitigung von Keimen, die ja alle Keime beseitigt, auch die gesunden Keime, die wir wirklich brauchen, auch für unseren Säureschutzmantel für die Haut, wird dadurch natürlich zerstört. Und die schlechten Keime können da ganz schnell die Oberhand gewinnen."

Zur Desinfektion rät Verbraucherschützerin Graus, 70-prozentigen Alkohol zu verwenden - statt der kaufbaren Sprühmittel.

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