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PSA und Fiat Chrysler - der neue Auto-Riese | BR24

© BR/ Christian Sachsinger

Fusion von PSA und Fiat Chrysler bekannt gegeben

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PSA und Fiat Chrysler - der neue Auto-Riese

Nach zähen Verhandlungen haben die Opel-Mutter PSA und Fiat Chrysler ihren Zusammenschluss offiziell bekannt gegeben. Mit der Fusion entsteht eine neuer Riese in der Autobranche. Die Konzerne wollen den viertgrößten Autokonzern der Welt schmieden.

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Die Autobranche steht unter enormen Druck, die Konzerne müssen Milliarden in autonome Autos und Elektromobilität investieren. Deshalb hatten Experten schon länger Groß-Fusionen vorhergesagt. Nach wochenlangen Verhandlungen ist es nun offiziell: der französische Opel-Mutterkonzern PSA und der italienisch-amerikanische Automobilhersteller Fiat Chrysler schließen sich zusammen.

Synergien schaffen

Nach Umsatz wird der neue Konzern das drittgrößte Automobilunternehmen weltweit sein, nach verkauften Fahrzeugen das viertgrößte, nach Volkswagen, Toyota und dem französisch-japanischen Renault-Nissan-Verbund. In der von Fiat Chrysler und der Peugeot-Gruppe verbreiteten Erklärung heißt es, man verspreche sich von der Fusion, Synergien bei der Entwicklung von Autos, die mit alternativen Energien angetrieben werden, sowie im Bereich autonomes Fahren. Gleichzeitig wird betont, es werde durch die Fusion keine Standortschließungen geben.

Der neue Autoriese in Zahlen

Zusammen haben Fiat Chrysler und die Peugeot-Gruppe 400.000 Beschäftigte und verkauften zuletzt 8,7 Mio. Fahrzeuge. PSA kommt mit Fiat Chrysler auf einen geschätzten Jahresumsatz von knapp 170 Mrd. Euro und auf einen Gewinn von mehr als 11 Mrd. Zum neuen Konzern wird dann auch die Marke Opel gehören, außerdem werden neben Fiat, Peugeot und Chrysler auch Marken wie Citroën, Jeep, Massaratti, Alfa Romeo und Dodge dazugehören. Als neuer Vorstandsvorsitzender ist der bisherige Peugeot-Chef Carlos Tavares vorgesehen. An die Spitze des Aufsichtsrates wechselt der bisherige, 43-jährige Fiat-Chrysler Mann und Urenkel des Fiat-Gründers Giovanni Agnelli , John Elkann.

Konzern soll bis spätestens 2021 stehen

Die Unternehmen hatten sich bereits Ende Oktober auf offizielle Fusionsgespräche verständigt und damit Wirbel in der schwächelnden Branche ausgelöst. Der Zusammenschluss muss nun noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden. Auch die Aktionäre müssen noch zustimmen. Die Fusion soll laut Mitteilung in den nächsten zwölf bis 15 Monaten umgesetzt werden.

Bisherige Fusionsgespräche gescheitert

Fiat Chrysler wollte sich zuvor bereits mit dem französischen Hersteller Renault verbinden. Die Gespräche scheiterten jedoch. Fiat Chrysler hat zudem besondere Probleme, denn der Hersteller hatte bislang auf große Investitionen in Elektroantriebe verzichtet. Derzeit ist der Konzern vor allem mit den großen Spritschluckern der Marken Jeep und Ram in den USA erfolgreich.

Carlos Tavares, der als knallharter Sanierer gilt, betonte, die Fusion sei eine hervorragende Gelegenheit, eine stärkere Position in der Automobilindustrie einzunehmen. Es gehe nun darum, den Übergang zu einer sauberen, sicheren und nachhaltigen Mobilität zu meistern.