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Protest: Forderung nach Perspektiven für Conti Roding | BR24

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Rund 400 Beschäftigte und weitere Teilnehmer haben gegen die Schließung des Continental-Werks in Roding protestiert. Sie forderten "echte Perspektiven" für den Standort im Landkreis Cham.

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Protest: Forderung nach Perspektiven für Conti Roding

Rund 400 Beschäftigte und weitere Teilnehmer haben gegen die Schließung des Continental-Werks in Roding protestiert. Sie forderten "echte Perspektiven" für den Standort im Landkreis Cham.

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Bei einer Protestkundgebung in Roding hat die IG Metall die geplante Schließung des Continental-Werks als "unsozialen Kalhlschlag" kritisiert, der seinesgleichen suche und Existenzen gefährde. Rund 400 Mitarbeiter des Werks folgten am Dienstag dem Aufruf zur Kundgebung. Politikerinnen und Politiker, Vertreter der Kirche und aus anderen Firmen und Continental-Standorten unterstützten die Rodinger Beschäftigten mit Solidaritätserklärungen.

IG Metall und Betriebsrat warfen der Konzernleitung von Continental vor, "leichtfertig und unverantwortlich" mit einem "Standort allererster Güte" und den 550 Mitarbeitern umzugehen.

IG Metall: Schließung würde Conti schwächen

Die geplante Schließung schwäche Continental, statt das Unternehmen zu stärken, mahnte Olga Redda von der IG Metall. Die Rodinger Mitarbeiter seien "in vielen Zukunftsfeldern schon jetzt mehr als gut qualifiziert", ergänzte Betriebsratsvorsitzende Claudia Hecht.

Roding unterstütze andere Standorte wie Berlin beim Thema Elektrifizierung, habe "starkes Know-How in der Mechatronik" und die nötigen Betriebsmittel. "Was wir aber brauchen: Eine echte Chance vom Management, um diesen tollen Standort erhalten und weiterentwickeln zu können", so Hecht.

Gewerkschafterin Olga Redda stellte klar: Die Beschäftigten wollen echte Perspektiven und alternative Konzepte für ihren Standort. "Sie wollen nicht hören, dass die Schließung ja erst in fünf Jahren erfolgen soll. Sie wollen nicht hören, dass sie sich ja mal auf gut Glück qualifizieren könnten", so Redda.

Der Chamer Landrat Franz Löffler warnte die Konzerne allgemein davor, im laufenden Strukturwandel Standorte zu schließen, statt sie an neue Produkte anzupassen. "Was wir zur Zeit tun: Wir sägen erstmal den Ast ab, auf dem wir sitzen, bevor der neue Baum gepflanzt wird", so Löffler.

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Continental will sein Werk in Roding 2024 schließen. Dahinter stehen die Schicksale von 550 Mitarbeitern. Ein Beschäftigter berichtet über seine Situation.

Am Continental-Standort in Roding werden Teile für Benzin- und Dieselmotoren hergestellt. Der Konzern will das Werk aufgrund der Schwäche der Automobilindustrie 2024 schließen. Belegschaft, Gewerkschaft und Politik fordern, das Werk auf Komponenten für die Elektromobilität umzustellen.

Wirtschaftsminister Aiwanger plant Runden Tisch

Mit dem Protest soll im Vorfeld eines geplanten Runden Tisches noch einmal Druck auf Continental gemacht werden. An dem Treffen mit Unternehmensvertretern in der kommenden Woche sollen unter anderem Wirtschaftsminister Aiwanger und Finanzminister Füracker teilnehmen.

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Rund 400 Menschen haben gegen die Schließung des Continental-Werks in Roding protestiert. Sie forderten "echte Perspektiven" für den Standort im Landkreis Cham.