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© REUTERS/Kai Pfaffenbach/File Photo

Symbolbild Audi

Schon seit Montag stehen im Audi-Stammwerk in Ingolstadt die Bänder still: Durch den Ausstand im ungarischen Györ stockt die Zulieferung von Motoren für das oberbayerische Werk. Unternehmenssprecher Jürgen Cordshagen sagte dem Bayerischen Rundfunk, für mehr als 10.000 Beschäftigte in Ingolstadt falle die Arbeit daher bis mindestens Donnerstag weiter aus.

Zur Höhe des Schadens konnte der Sprecher noch keine Angaben machen. Das Unternehmen versuche, den Produktionsausfall "zeitnah aufzuholen".

Streik seit Donnerstag

Die Audi-Beschäftigten im Motoren- und Autowerk Györ fordern 20 Prozent mehr Lohn und sind am vergangenen Donnerstag in einen einwöchigen Streik getreten. In dem Werk werden Benzin-, Diesel- und neuerdings auch Elektromotoren gefertigt - nicht nur für Audi, sondern auch für andere Marken der VW-Gruppe. Die rund 12.000 Audi-Mitarbeiter in Györ bauen jährlich rund zwei Millionen Motoren und gut 100.000 Audi A3 und TT.

In den Audi-Werken Neckarsulm und Brüssel laufen die Bänder noch, wie ein Sprecher sagte. Ob es auch in VW-Werken mangels Motoren zu Beeinträchtigungen kommt, teilte der Konzern nicht mit.

Folgen für Autozulieferer

Bei bayerischen Automobilzulieferern zeichnen sich bereits Folgen des Produktionsstopps ab. Ein Sprecher der niederbayerischen Firma Dräxlmaier in Vilsbiburg sagte dem BR: "Wir sind direkt in der Lieferkette zu Audi, und dementsprechend sind aufgrund der kurzen Vorlaufzeiten mit Sicherheit auch die Bänder bei uns betroffen, die dann abgestellt werden müssen, wenn wir keinen Nachschub mehr an Audi liefern können." Im Fall einer Produktionsunterbrechung müssten Mitarbeiter in Kurzarbeit oder in den Urlaub geschickt werden.

Ein Sprecher des Amberger Autozulieferers Grammer sagte , es gebe noch "keine signifikanten Auswirkungen". Die Produktion könne durch flexible Maßnahmen, wie zum Beispiel den Abbau von Überstunden, angepasst werden.

Produktionsstopp bei Audi in Ingolstadt verlängert

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