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Bildrechte: Aktion Plagiarius e.V.

Produktfälschungen: Negativpreis Plagiarius auch für Aldi

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Produktfälschungen: Negativpreis Plagiarius auch für Aldi

Fälscher sind ungeheuer dreist und können manchmal mit unzulänglichen Plagiaten sogar Menschen gefährden. Die "Aktion Plagiarius" vergibt deshalb jährlich einen Negativpreis für Fälschungen. Diesmal ist auch eine von Aldi verkaufte Jacke dabei.

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Von
  • Felix Lincke

Berichte über gefälschte Atemschutzmasken oder sogar gefälschte Impfstoffe, die im Internet kursieren, sind in der Corona-Krise an der Tagesordnung. Sie zeigen, wie gefährlich Produktfälschungen und nachgemachte Plagiate sein können. Um solche Fälschungen zu brandmarken, wurde in Frankfurt erneut der Negativpreis Plagiarius vergeben.

Aldi verkauft täuschend ähnliche Jacke

Auch der Discounter Aldi Süd hat diesmal den kleinen schwarzen Zwerg von Plagiarius als negative Auszeichnung für eine dreiste Produktfälschung bekommen. Der Bekleidungshersteller Engelbert Strauss wirft Aldi Süd vor, eine beliebte Kapuzenjacke aus seiner Kollektion nachgeahmt zu haben. Dem Verein "Aktion Plagiarius" zufolge entsteht allein in Deutschland jedes Jahr ein Schaden von geschätzten 50 Milliarden Euro durch illegale Nachahmerprodukte.

Produktfälschungen im Internet gefährden Arbeitsplätze

60.000 Arbeitsplätze in Deutschland seien dadurch schon verloren gegangen, so der Verein. Der Internethandel begünstige diese Entwicklung. Verbraucher sollten bei Angeboten mit niedrigen Preisen misstrauisch werden. Viele Fälschungen kommen traditionell aus Fernost, aber auch aus der Türkei. Sie sollen mehr als drei Prozent des gesamten Welthandels ausmachen. Von bekannten Luxusmarken bis hin zu Alltagsprodukten ist alles dabei.

Fehlende Sicherheitsmerkmale häufig Hinweis auf Fälschungen

Egal, ob es um einfache Kunststoffwaren oder hochwertige Elektroartikel geht, häufig fehlen Sicherheitsmerkmale. Darauf weist der schwäbische Motorsägenhersteller Stihl hin, dessen Marke von einem chinesischen Hersteller täuschend nachgemacht wurde. Stihl empfiehlt, Verbraucher sollten bei allen elektrischen Geräten auf das CE-Prüfzeichen achten.

Häufig genannt werden von dem Plagiarius-Verein auch günstige Ersatzteile vor allem für Autos, bei denen Sicherheitsprobleme auftreten können. Der Maschinenbauverband VDMA beklagt, dass deutsche Produkte mit ihrer weltweiten Verbreitung durch Exporte besonders stark betroffen sind. Die Quote dafür liege bei 17 Prozent.

Produktfälscher sind oft Kunden und Geschäftspartner

Die Idee, ein erfolgreiches und weit verbreitetes Produkt nachzumachen, kommt oft aus dem direkten Umfeld der Unternehmen. Häufig sind es Kunden wie bei einem Berliner Hersteller von Christbaumständern. Die werden nun fast eins zu eins von einer niederländischen Firma nachgebaut im Auftrag eines früheren Geschäftspartners. Auch der VDMA berichtet, dass es meist Partnerfirmen sind, die bekannte Maschinen illegal nachbauen lassen. In einzelnen Fällen sind es frühere Mitarbeiter oder Geschäftsführer, die ihr Wissen um die Produkte für Plagiate weitergeben oder sich damit vielleicht sogar selbständig machen. Das ist naheliegend, weil sie am besten den Markt und den Erfolg eines solchen Produkts einschätzen können.

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