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Preisabsprachen: Geldbußen gegen Pflanzenschutzmittel-Händler | BR24

© Christian Avital / ARD

Bundeskartellamt verhängt hohe Bußgelder gegen Großhändler von Pflanzenschutzmittel

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Preisabsprachen: Geldbußen gegen Pflanzenschutzmittel-Händler

Fast zwanzig Jahre lang haben sich mehrere Großhändler von Pflanzenschutzmitteln über Preislisten und Rabatte abgesprochen - sieben von ihnen müssen nun ein Bußgeld von insgesamt knapp 155 Millionen Euro zahlen. Das entschied das Bundeskartellamt.

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Wegen verbotener Preisabsprachen hat das Bundeskartellamt Bußgelder von insgesamt rund 154,6 Millionen Euro gegen sieben Pflanzenschutzmittel-Großhändler und deren Verantwortliche verhängt. Über Jahre hinweg hätten die Unternehmen jeweils im Frühjahr und Herbst ihre Preislisten für Pflanzenschutzmittel miteinander abgestimmt, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Die Ermittlungen der Behörde erstreckten sich auf die Jahre 1998 bis 2015.

Ende der Absprachen nach Razzia

Das Kartell habe sich zu Anfang persönlich getroffen, die Absprachen in späteren Jahren telefonisch getroffen. Dies habe weitgehend einheitliche Preislisten für die Kunden zur Folge gehabt. Im März 2015 war das Kartellamt zu Razzien bei den verdächtigen Firmen ausgerückt, die Unternehmen beendeten die Absprachen.

Ermittlungen dauern noch an

Betroffen von den Bußgeldern ist unter anderem die Münchener BayWa. Sie hatte bereits Ende Dezember erklärt, sich im Gegenzug zu einer Beendigung des Verfahrens mit dem Kartellamt auf eine Zahlung von bis zu 68,6 Millionen Euro verständigt zu haben. Auch der zweitgrößte europäische Agrarhändler Agravis hat bereits mitgeteilt, eine Geldbuße der Wettbewerbshüter in Höhe von fast 44 Millionen Euro akzeptiert zu haben.

Bußgelder noch nicht rechtskräftig

Weitere Bußgelder wurden gegen die Unternehmen Agro Agrargroßhandel, BSL Betriebsmittel Service Logistik, die Getreide AG, die Raiffeisen Waren GmbH, Kassel, und die ZG Raiffeisen eG, Karlsruhe, ausgesprochen. Die Beiselen GmbH profitierte von der Kronzeugenregelung. Ihr wurde das Bußgeld erlassen. Gegen zwei weitere Unternehmen werde noch ermittelt, berichtete die Behörde.

Die Bußgelder sind noch nicht rechtskräftig. Die betroffenen Unternehmen und ihre Verantwortlichen können dagegen Einspruch beim Oberlandesgericht Düsseldorf einlegen.

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