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Post will DHL-Kunden besser über Ankunft von Paketen informieren | BR24

© picture alliance / Winfried Rothermel

Erreicht der Paketbote niemanden, bleibt oft statt dem Päckchen nur der Benachrichtigungszettel zurück

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    Post will DHL-Kunden besser über Ankunft von Paketen informieren

    Der Paketbote klingelt natürlich genau dann, wenn gerade keiner zuhause ist - so zumindest das Klischee. Deshalb will die Deutsche Post jetzt nachbessern und ihren Kunden genauer mitteilen, wann die Päckchen und Pakete durch DHL zugestellt werden.

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    Schon jetzt können DHL-Kunden online nachverfolgen, wo sich ein Paket oder Päckchen gerade befindet - zumindest ungefähr. Künftig sollen sie aber noch genauer erfahren, wann der Paketbote bei ihnen klingelt. Das sagte Post-Chef Frank Appel der "Rheinischen Post" und dem "Bonner General-Anzeiger".

    "Unsere Kunden sollen zuerst per E-Mail eine ungefähre Zeit erhalten, zu der der Zusteller kommt. Und zum Beispiel 15 Minuten vor Ankunft gibt es dann eine erneute Mail mit der genauen Zeit, die wir anhand der per GPS erfassten Position des Lieferwagens berechnen." Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post AG

    Neues Zustellsystem ab 2020

    Das System werde derzeit in einigen Regionen getestet. Bundesweit eingeführt werden sollen die sogenannten "Just-in-Time-Pakete" laut Appel dann im kommenden Jahr.

    Auch wolle man verstärkt darauf achten, zuerst erhaltene Pakete und Briefe auch tatsächlich zuerst auszuliefern. Denn 2018 war die Zahl der Beschwerden über die Postbranche stark gestiegen - dabei ging es etwa um Pakete, die nur mit großer Verspätung ankommen oder auch über fehlende Benachrichtigungen. Grund dafür sei die Zwischenlagerung von Sendungen, erklärte der Postchef. Dem wirke man aber seit geraumer Zeit entgegen.

    Erst steigt das Briefporto - bald vielleicht auch das für Pakete

    Nachdem die Post zum 1. Juli das Porto für Briefe erhöht hatte, könnten auch die Preise für Pakete bald weiter steigen. Darauf müssten sich die Kunden einstellen, hatte Appel bereits im April in einem Interview gesagt. Schon im vergangenen Jahr hatte DHL angefangen, die Preise für Pakete von Geschäftskunden zu erhöhen - und Anfang 2019 auch bei Paketen, die in der Filiale abgegeben werden.

    Die Begründung ist dieselbe wie beim gestiegenen Brief-Porto: Die Post muss laut Appel Lohn- und Kostensteigerungen an die Kunden weitergeben. Denn die hatten sich im vergangenen Jahr in der Bilanz der Post niedergeschlagen - mit einem Gewinneinbruch um mehr als 15 Prozent.

    Auch andere Paketdienste wie Hermes und DPD hatten zuletzt ihre Preise erhöht.

    Deutsche verschicken mehr und mehr Pakete

    Durch den Internethandel steigt die Zahl der verschickten Pakete seit Jahren: 2018 wurden laut dem Bundesverband Paket und Expresslogistik in Deutschland mehr als 3,5 Milliarden Kurier-, Express- und Paketsendungen verschickt. Und die Branche rechnet damit, dass die Nachfrage weiter steigen wird.

    Im internationalen Vergleich sind die Deutschen jetzt schon einer der Spitzenreiter: Hierzulande werden so viele Pakete verschickt wie in kaum einem anderen Land. Pro Kopf seien es 24 Sendungen jährlich und damit doppelt so viele wie beispielsweise in den Niederlanden, heißt es in einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung McKinsey. Nur China kam mit geschätzten 70 Paketen pro Kopf auf noch einen höheren Wert. Allerdings handelte es sich bei dem Wert nicht um das ganze asiatische Riesenland, sondern nur um Peking und Shanghai.