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Portoerhöhung bei der Post: Netzagentur überprüft Paketpreise | BR24

© BR/Märte Burmeister

Nimmt die Post zu hohe Preise für ihren Paketdienst? Diesen Verdacht hegt die Bundesnetzagentur und hat deshalb ein förmliches Verfahren eingeleitet. Zu Jahresbeginn hatte die Post das Porto für verschiedene Pakete erhöht.

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Portoerhöhung bei der Post: Netzagentur überprüft Paketpreise

Nimmt die Post zu hohe Preise für ihren Paketdienst? Diesen Verdacht hegt die Bundesnetzagentur und hat deshalb ein förmliches Verfahren eingeleitet. Zu Jahresbeginn hatte die Post das Porto für verschiedene Pakete erhöht.

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Die Post hat zum Jahresbeginn die Preise für verschiedene Pakete und Päckchen erhöht und damit die Aufmerksamkeit der Bundesnetzagentur auf sich gezogen. Zwar muss sich der ehemalige Staatsmonopolist die Preise hierfür nicht genehmigen lassen - im Gegensatz zum Briefporto. Doch die Regulierungsbehörde kann die Preise im Nachhinein beanstanden, wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass die Post die Aufschläge nur deshalb durchsetzen kann, weil der Wettbewerb nicht funktioniert.

Verdacht: Preiserhöhung zu Lasten privater Kunden

Und genau davon geht die Bundesnetzagentur aus, denn die Post beherrscht den Markt für Privatkundenpakete zu mehr als 70 Prozent. Nun stehe der Verdacht im Raum, "dass die Post einseitig zu Lasten von Privatkunden ungerechtfertigte Erhöhungen der Paketpreise vorgenommen hat", so Behördenchef Jochen Homann. Man vermute, dass die neuen Preise der Post für Pakete und Päckchen über den tatsächlich anfallenden Kosten liegen.

Pakete im Schnitt drei Prozent teurer

Seit dem 1. Januar kosten beispielsweise Pakete der Größe M im Inlandsversand aus der Filiale 4,79 Euro statt bisher 4,50 Euro. Ein 10-Kilo-Paket verteuerte sich auf 10,49 Euro. Im Schnitt wurden die Preise für Pakete und Päckchen um drei Prozent angehoben. Günstiger sind Online-Frankierungen von zu Hause aus. Dies stößt den Wettbewerbshütern besonders auf: Eine Sprecherin erklärte, damit würden Kunden benachteiligt, die nicht in der Lage seien, ihre Pakete im Internet zu frankieren.

Entscheidung binnen zwei Monaten

Die Agentur hat die Post bereits über ihre Bedenken informiert. "Nun werden wir in einem offiziellen Verfahren untersuchen, ob die Paketpreise missbräuchlich erhöht wurden", so Homann. Binnen zwei Monaten muss die Regulierungsbehörde eine Entscheidung fällen. Sie kann die Post gegebenenfalls auffordern, die Preise anzupassen.

"Wir nehmen das zur Kenntnis", erklärte ein Post-Sprecher zum Vorgehen der Bundesnetzagentur. Der Konzern werde der Behörde alle nötigen Informationen zukommen lassen. Bis zu einer Entscheidung blieben die Preise unverändert. Darüber hinaus wolle man sich zum laufenden Verfahren nicht äußern.

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