| BR24

 
 

Bild

Handwerker am Bandschleifer.
© BR/Johanna Schlüter

Autoren

Jan Pallokat
© BR/Johanna Schlüter

Handwerker am Bandschleifer.

In Polen fehlen Fachkräfte – es ist nur die Frage, in welchem Ausmaß. Besonders stark klagen kleinere und mittlere Unternehmen aus den Bereichen Gastronomie, Bau, Verkauf oder Landwirtschaft. Der Grund ist der seit Jahren anhaltende Wirtschaftsboom im Land, der insbesondere in den großen Städten den Arbeitsmarkt leergefegt hat. Zugleich sind Millionen Polen ins vornehmlich westliche Ausland ausgewandert. Auch gute Handwerker sind schon seit längerem knapp. Jakub Binkowski vom polnischen Arbeitgeberverband:

"Analysen zeigen, dass Polen in den nächsten Jahrzehnten ein paar Millionen Migranten brauchen wird, denn wir haben wegen des Geburtenrückgangs eine große Lücke, die auch keine familienfreundliche Politik stopfen kann."

Viele Arbeitsgenehmigungen an Ukrainer erteilt

Tatsächlich hat die Warschauer Regierung, die in der europäischen Flüchtlingspolitik eher einen harten Kurs der Abschottung fährt, in dieser Frage längst die Grenzen geöffnet, etwa für Ukrainer, denen freihändig Arbeitsgenehmigungen zugeteilt werden. Etwa eine Million sind legal im Land beschäftigt. Hinzu kommen allein dieses Jahr laut Schätzungen bis zu drei Millionen ukrainische Saisonarbeiter, die auf Feldern und Baustellen helfen.

Fachkräfte könnten aus den Philippinen kommen

Mit den Philippinen verhandelt die Regierung über ein Anwerbeabkommen für Besserqualifizierte. Ein Regierungsmitglied verwies auf den hohen Anteil an Christen in dem mehrheitlich katholischen Land mit über 100 Millionen Einwohnern. Denn seit im Zuge der Diskussion um Flüchtlinge in Europa mit islamophoben Tönen Stimmung gemacht wurde, kann Warschau die Aufnahme von Muslimen dem eigenen Wahlvolk nur noch schwer verkaufen.