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Lufthansa und Piloten vereinbaren Krisentarifvertrag

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Pilotenarbeitsplätze bei Lufthansa gesichert

Die Lufthansa und die Pilotenvereinigung Cockpit haben seit Wochen verhandelt. Nun ist eine Einigung gelungen: Die Jobs der Pilotinnen und Piloten sind vorerst sicher, doch dafür müssen sie einiges in Kauf nehmen.

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Von
  • Roman Warschauer
  • Jürgen Seitz

Der Krisentarifvertrag dürfte für die etwa 5000 Flugzeugführerinnen und Flugzeugführer der Lufthansa-Kerngesellschaft vorerst eine große Erleichterung bedeuten: Sie sind bis Ende März 2022 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt.

Der praktisch in letzter Minute geschlossene Krisentarifvertrag gilt für die Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo, Lufthansa Aviation Training sowie für etwa 320 Piloten von Germanwings, die unter den früheren Konzerntarifvertrag fallen.

Für die anderen Flugzeugführer von Germanwings wird nach Angaben eines Lufthansa-Sprechers an einer Vereinbarung gearbeitet. Seit September wurde über ein längerfristiges Abkommen verhandelt. Lufthansa hatte gedroht, ohne Einigung müssten bereits im zweiten Quartal 2021 rund 500 Kapitäne und 500 Erste Offiziere das Unternehmen verlassen.

Kurzarbeit und Gehaltseinbußen

Im Gegenzug für den Kündigungsschutz kann Lufthansa die Kurzarbeit bis Ende kommenden Jahres verlängern, die Arbeitszeit mit entsprechenden Gehaltseinbußen kürzen und Tariferhöhungen aussetzen. Der Krisentarifvertrag läuft bis Ende März 2022 und kann von Lufthansa um drei Monate verlängert werden. Laut der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) wurde zudem ein mit 24 Millionen Euro gefüllter Topf zur Finanzierung sozialverträglicher Maßnahmen im Falle eines Personalabbaus vereinbart. Der Lufthansa-Vorstand muss der Vereinbarung noch zustimmen. Die Gewerkschaft plant nach eigenen Angaben keine Mitgliederbefragung.

Sparbeiträge auch von Flugbegleitern und Bodenpersonal

Mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo sowie der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte sich das Unternehmen bereits auf längerfristige Sparbeiträge des Personals verständigt. Die rund 35 000 Bodenmitarbeiter müssen auf Teile ihrer Entgelte verzichten und werden dafür bis Ende März 2022 vor Entlassungen geschützt. Die Einigung mit Ufo umfasst einen vierjährigen Kündigungsschutz für das Kabinenpersonal als Gegenleistung für Einsparmaßnahmen von mehr als einer halben Milliarde Euro bis Ende 2023.

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