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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Inga Kjer

Die Metall- und Elektroindustrie wollte ein Tarifergebnis vor Ostern. Das ist letzte Nacht für Nordrhein-Westfalen gelungen. Die Spitzen beider Seiten empfahlen den Bezirken, das Ergebnis von NRW zu übernehmen. Für Bayern wird das noch dauern.

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Pilotabschluss in NRW: IG Metall und Arbeitgeber zuversichtlich

Die Metall- und Elektroindustrie wollte ein Tarifergebnis vor Ostern. Das ist letzte Nacht für Nordrhein-Westfalen gelungen. Die Spitzen beider Seiten empfehlen den Bezirken, das Ergebnis von NRW zu übernehmen. Für Bayern wird das noch dauern.

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Von
  • Birgit Harprath
  • Leonie Thim

Einfach den Pilotabschluss der Metall- und Elektroindustrie aus Nordrhein-Westfalen für Bayern abschreiben und dann unterschreiben geht nicht. Die Tarifverträge der Bezirke stimmen zwar in wesentlichen Dingen überein, aber eben nicht in allen. Also werden sich Arbeitgeber und Gewerkschaft im Freistaat wieder am Verhandlungstisch treffen. Wann, das ist noch nicht vereinbart. Die bayerischen Metallarbeitgeber sprechen von "nach den Osterferien". Die IG Metall plant einen Termin gleich nach den Feiertagen. Man kann aber davon ausgehen, dass sich beide Seiten noch in dieser Woche über den Inhalt des Piloten austauschen.

In einer ersten Reaktion bewerten sowohl die Gewerkschaft als auch der Arbeitgeberverband das Ergebnis in NRW als zufriedenstellend. Unter anderem gibt es im Juni eine Corona-Prämie von 500 Euro und ab 2022 eine zusätzliche Einmalzahlung im Jahr, die auch zum Teillohnausgleich bei verkürzter Arbeitszeit eingesetzt werden kann. Die erste Sonderzahlung wird im Februar 2022 in Höhe von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts ausgezahlt. Im Februar 2023 steigt sie auf 27,6 Prozent und fällt dann jährlich an. Der Tarifvertrag läuft bis September 2022. Dann können die Arbeitnehmervertreter wieder über weitere Entgelterhöhungen verhandeln.

Bayerischer Tarifabschluss in Sichtweite

In den Firmen sollen Betriebsrat und Unternehmensleitung beraten, wie die digitale Transformation in einem Zukunftstarifvertrag gestaltet werden kann. Johann Horn, Bayerns IG Metallchef, nennt das einen Meilenstein. Außerdem lobt er, dass Beschäftigung gesichert wird. Der Pilotabschluss würde in extrem schwierigen Zeiten der Rezession dem Strukturwandel und zugleich den Folgen der Pandemie gerecht, urteilt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Metallarbeitgeber in Bayern. Er verweist auf flexible Regelungen für Firmen in schwieriger Lage. Dass es nach Ostern auch in Bayern einen Tarifabschluss geben wird, ist also mehr als wahrscheinlich.

Bisher Warnstreiks und Verhandlungen in Bayern

In Bayern arbeiten rund 840.000 Beschäftigte in der Branche. Die IG Metall hatte vier Prozent mehr Lohn oder bei Betrieben in der Krise eine entsprechende Verkürzung der Arbeitszeit gefordert. An Warnstreiks in Bayern hatten im März nach Angaben der Gewerkschaften rund 234.000 Beschäftigte teilgenommen. Das war die höchste Warnstreik-Beteiligung im Bundesgebiet.

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