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Pflegekosten: in Bayern steigen die Zuzahlungen deutlich | BR24

© BR/Nikolaus Nützel
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Patrick Pleul

Wer in einem Heim gepflegt wird, muss dafür immer mehr Geld selber aufbringen. In Bayern ist der Betrag in den vergangenen 12 Monaten um 1.200 Euro pro Jahr gestiegen, wie die

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Pflegekosten: in Bayern steigen die Zuzahlungen deutlich

Wer in einem Heim gepflegt wird, muss dafür immer mehr Geld selber aufbringen. In Bayern ist der Betrag in den vergangenen 12 Monaten um 1.200 Euro pro Jahr gestiegen, wie die bayerische Landesvertretung des Verbands der Ersatzkassen errechnet hat.

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Von
  • Nikolaus Nützel

Wer in einer stationären Pflegeeinrichtung lebt, muss einen immer größeren Teil der Kosten selbst tragen. Die monatliche Zuzahlung lag in Bayern im Schnitt zuletzt um 100 Euro höher als ein Jahr zuvor - sie stieg von 1.869 Euro auf 1.969 Euro, wie der Verband der Ersatzkassen errechnet hat. Das entspricht einer Steigerung um 5,4 Prozent innerhalb eines Jahres.

Pflegekosten in Bayern etwas über dem Bundesdurchschnitt

Im Vergleich zwischen den Bundesländern liegt Bayern weiter über dem bundesweiten Schnitt von 1.940 Euro. Vergleichsweise geringe Eigenanteile zahlen Heimbewohner vor allem in ostdeutschen Bundesländern. So liegt in Sachsen-Anhalt die Eigenbeteiligung von Heimbewohnern mit 1.359 Euro um rund ein Drittel niedriger als in Bayern. Auch Sachsen ist mit 1.436 Euro vergleichsweise günstig.

Als Grund für die niedrigeren Eigenanteile in ostdeutschen Pflegeheimen nennen Fachleute unter anderem geringere Personalkosten. Gleichzeitig gibt es auch Bundesländer, in denen die Pflegeheim-Bewohner noch deutlich mehr selbst beitragen müssen als in Bayern: In Nordrhein-Westfalen sind es 2.357 Euro, im Saarland 2.310 Euro.

Forderung nach neuen Vorgaben bei der Finanzierung der Pflege

Der Leiter der Landesleitung des Ersatzkassenverbandes, Ralf Langejürgen, forderte neue Regeln für die Finanzierung in der Altenpflege. Es müsse einen gerechten Lastenausgleich zwischen Staat, Pflegeversicherung und Pflegebedürftigen geben. Weder diejenigen, die Pflege brauchen, noch die Beitragszahler dürften finanziell überfordert werden, sagte Langejürgen.

Vor allem aus der Linkspartei, den Grünen und der SPD kommt schon seit einiger Zeit die Forderung nach einer Pflege-Vollversicherung, die alle Kosten abdeckt, die Pflegebedürftigkeit mit sich bringt. Auch von Sozialverbänden und Gewerkschaften gibt es solche Forderungen. Allerdings würden damit auch die Beitragssätze weiter steigen. Deshalb findet sich bislang dafür keine politische Mehrheit.

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