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Pfeffenhausen: Brandl schließt Werk - 120 Arbeitplätze betroffen | BR24

© BR/Sarah Beham

Baufirma Brandl schließt Werk

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Pfeffenhausen: Brandl schließt Werk - 120 Arbeitplätze betroffen

120 Mitarbeiter der Firma Brandl Maschinenbau haben erfahren, dass das Werk in Pfeffenhausen (Lkr. Landshut) schließen wird. Ein dramatischer Umbruch in der Automobilzulieferindustrie sei der Grund dafür. Kritik kommt aus der Politik.

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Die Firma Brandl Maschinenbau schließt Ende April 2020 ihr Werk in Pfeffenhausen im Landkreis Landshut - davon sind 120 Mitarbeiter in Niederbayern betroffen. Das hat das Unternehmen bereits am Mittwoch auf seiner Webseite bekannt gegeben.

Standort Pfeffenhausen war nicht zu retten

Grund für die Schließung sei der "dramatische Umbruch" der Automobilzulieferindustrie, wie es heißt. Für die Geschäftsführerin Andrea Brandl-Luckner sei es die "schwerste Entscheidung der fast 50-jährigen Firmengeschichte". Lange hätte man versucht, den Standort Pfeffenhausen erhalten zu können.

"Der Betrieb im Werk Pfeffenhausen läuft noch bis Ende April 2020 uneingeschränkt weiter." Mitteilung der Firma Brandl

Brandl Maschinenbau beliefert aus Pfeffenhausen aus führende Automobilhersteller im Premiumsegment. Die gesamte Autozulieferbranche stehe aber unter Druck, daher habe die Firma jetzt Konsequenzen ziehen müssen.

Produktion nach Tschechien und Rumänien verlegt

Die Produktion wird in die Werke nach Kaplice (Tschechien) und Sibiu (Rumänien) verlegt - damit sind die dortigen rund 900 Arbeitsplätze gesichert.

Die Brandl Maschinenbau GmbH & Co. KG mit Sitz in Pfeffenhausen ist ein 1970 von Herbert Brandl gegründetes Familienunternehmen, dessen Kernkompetenz im Umformen von Metall, dem Fertigen komplexer Baugruppen und der Konstruktion und sowie Herstellung von Werkzeugen liegt.

Kritik an Schließung aus der Politik

Kritik an der Schließung kommt von der Landtagsabgeordneten Ruth Müller (SPD). Die Begründung der Firmenleitung für die Werksschließung sei äußerst "dünn":

"Die Arbeitnehmer und auch der ganze Markt Pfeffenhausen haben ein Recht zu erfahren, warum ausgerechnet der Standort Pfeffenhausen von der Schließung betroffen ist. Da genügt es nicht, als Grund einzig und allein die sogenannte Krise in der Automobilbranche anzuführen." Ruth Müller, SPD-Landtagsabgeordnete

Müller stellt Forderungen an Baufirma

Müller will sich dafür einsetzen, dass Lösungsmöglichkeiten wie die Gründung einer Transfergesellschaft von der Geschäftsführung in Betracht gezogen und genau geprüft werden. Die Politikerin fordert die Geschäftsführung von Brandl Maschinenbau weiter auf, sich mit der Agentur für Arbeit in Verbindung zu setzen, um beispielsweise mit Profilanalysen den betroffenen Arbeitnehmern frühzeitig eine Perspektivfindung zu ermöglichen.

Treffen mit IG Metall

Ruth Müller will sich mit Vertretern von IG Metall treffen, um mögliche Lösungen zu erarbeiten und diese dann der Firmenleitung darlegen: "Brandl Maschinenbau hat die Bestrebungen der Belegschaft, einen Betriebsrat zu gründen, immer blockiert und jetzt, wo es darauf ankommt, haben die Mitarbeiter keine Stütze, um sich ihre Rechte zu sichern." Außerdem will sich Müller im Bayerischen Landtag dafür einsetzen, dass die Agentur des Freistaats Bayern "Invest in Bavaria", mit der Unternehmen bei Investitionsvorhaben unterstützt werden, in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises so schnell wie möglich eine Nachnutzungsmöglichkeit für das Gelände und die Beschäftigten sucht.

Forderung eines bayerischen Weiterbildungsgesetzes

In landespolitischer Hinsicht fordert die SPD-Politikerin ein bayerisches Weiterbildungsgesetz, "damit sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer konsequent, verbindlich und gemeinschaftlich für die Entwicklung der Fähigkeiten eines jeden Einzelnen einsetzen, damit man im Ernstfall auf eine breite und branchenübergreifende Wissensbasis zurückgreifen kann".