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Patienten sollen schneller an Arzttermine kommen | BR24

© BR / Nikolaus Nützel

Wer das lange Warten auf einen Arzttermin leid ist, dem könnte jetzt geholfen werden. Ab sofort gibt es ein neues Anreizsystem für Ärzte, damit sie Patienten schneller behandeln. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern sieht das allerdings kritisch.

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Patienten sollen schneller an Arzttermine kommen

Wer das lange Warten auf einen Arzttermin leid ist, dem könnte jetzt geholfen werden. Ab sofort gibt es ein neues Anreizsystem für Ärzte, damit sie Patienten schneller behandeln. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern sieht das allerdings kritisch.

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Die Bundesregierung will dafür sorgen, dass vor allem Kassenpatienten schneller Arzttermine bekommen. Entsprechende neue Regeln sind zum Monatsbeginn in Kraft getreten. Bei der Ärzteschaft stoßen sie auf ein gespaltenes Echo.

Mehr Geld für mehr Flexibilität

Mindestens 25 statt bislang 20 Stunden pro Woche sollen Arztpraxen künftig für Patienten geöffnet sein. Hausärzte, die sich um Facharzttermine kümmern, sollen dafür einen Zuschlag von zehn Euro bekommen. Alle Ärzte, die Patienten neu aufnehmen, sollen ebenfalls ein zusätzliches Honorar erhalten.

Bei bestimmten Medizinern wie Augenärzten, Frauenärzten und Hals-Nasen-Ohren-Ärzten muss es künftig mindestens fünf Stunden in der Woche als offene Sprechzeit ohne feste Termine geben. Auch dafür sind besondere Vergütungen vorgesehen. Mit diesen Maßnahmen will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dafür sorgen, dass Patienten möglichst schnell die passende Behandlung erhalten.

Wochenarbeitszeit schon jetzt bei mehr als 50 Stunden

Die Kassenärztlichen Vereinigungen können in dem Gesetz allerdings wenig Positives entdecken. Es sei zwar begrüßenswert, dass Ärzte für zusätzliche Arbeit mehr Geld erhalten.

"Im Schnitt liegt die Wochenarbeitszeit jetzt schon oft über 50 Stunden, wenn man Hausbesuche, Fortbildung und alles, was mit dem Management der Praxis zu tun hat, mit einrechnet." Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB)

Außerdem sei vieles an den neuen Regeln zu bürokratisch, kritisiert die KVB. Etwa, wenn es darum geht, wie Ärzte freie Praxiszeiten melden.

Nachfrage nach Terminen steigt

Die Kassenärztliche Vereinigung hält das Problem der Wartezeiten in Bayern für deutlich geringer als es die Politik darstelle. Die Nachfrage bei der Terminservice-Stelle der Kassenärztlichen Vereinigungen, die durch eine gesetzliche Vorschrift Anfang 2016 an den Start ging, sei zwar kontinuierlich gestiegen, aber "in einem überschaubaren Maß", heißt es von der KVB.