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P&R-Betrugsskandal: Kein Prozess gegen Firmengründer | BR24

© BR/Tobias Brunner

Im Betrugsskandal um die Münchner Containerfirma P&R haben zehntausende Anleger große Summen verloren - und warten noch immer auf Entschädigung. Einen Prozess gegen den P&R-Firmengründer wird es aus gesundheitlichen Gründen aber nicht mehr geben.

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P&R-Betrugsskandal: Kein Prozess gegen Firmengründer

Im Betrugsskandal um die Münchner Containerfirma P&R haben zehntausende Anleger große Summen verloren - und warten noch immer auf Entschädigung. Einen Prozess gegen den P&R-Firmengründer wird es aus gesundheitlichen Gründen aber nicht mehr geben.

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Im Betrugsskandal um die Münchner Containergesellschaft P&R muss sich der mutmaßliche Milliardenbetrüger Heinz Roth nicht mehr vor Gericht verantworten. Der 76 Jahre alte Unternehmensgründer sei wegen Krankheit verhandlungsunfähig, teilte das Landgericht München mit. Die Richter hoben deshalb auch den Haftbefehl gegen Roth auf, er kommt damit frei.

Der Gründer ist eine Schlüsselfigur in einem der größten deutschen Betrugsfälle. Der Schaden in Folge der P&R-Pleite könnte bei bis zu 3,5 Milliarden Euro liegen.

P&R-Gründer Heinz Roth ist schwer erkrankt

Die Große Wirtschaftskammer des Landgerichts geht nach einem gerichtsärztlichen Gutachten davon aus, dass der Geschäftsmann so schwer erkrankt ist, dass er dauerhaft verhandlungsunfähig bleiben wird. Details zu Roths Krankheit nannte die Justiz nicht. Üblicherweise verzichten die Gerichte aber nur auf einen Strafprozess, wenn ein Angeklagter unheilbar krank ist.

Viele verkaufte P&R-Container existierten nicht

P&R hatte 1,6 Millionen Container an 54.000 Anleger verkauft und anschließend in deren Auftrag vermietet. Was sie allerdings nicht wissen: Es gibt eine große Lücke zwischen den verkauften Containern und dem tatsächlichen Bestand. Als das System im März 2018 zusammenbricht, zeigt sich, dass von den angeblich 1,6 Millionen Containern gerade mal 600.000 existieren.

P&R-Insolvenzverfahren läuft weiter

Roth saß seit September 2018 in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hatte den Geschäftsmann im Januar für einen kleinen Teil der Fälle wegen Betrugsverdachts angeklagt. Sein Privatvermögen wird 12 bis 13 Millionen Euro geschätzt, es wurde vom Insolvenzverwalter beschlagnahmt. Die Gläubiger haben allerdings Forderungen auf Roths Privatbesitz in Milliardenhöhe angemeldet.

Dass das Strafverfahren gegen den Gründer nun eingestellt wird, hat keinen Einfluss auf das Insolvenzverfahren. Insolvenzverwalter Michael Jaffé hofft, bis Ende 2021 insgesamt 560 Millionen Euro sichern zu können und in den Folgejahren noch weitere Beträge.

Eine erste Abschlagszahlung hat Jaffé für nächstes Jahr in Aussicht gestellt. Trotzdem werden sich viele Anleger darauf einstellen müssen, dass zumindest ein Teil ihres Geldes für immer verloren ist.