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Outdoor: Branche setzt auf Nachhaltigkeit | BR24

© picture alliance/Lino Mirgeler/dpa

Klettergurte auf der Freizeitbekleidungs- und Sportmesse OutDoor by ISPO

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Outdoor: Branche setzt auf Nachhaltigkeit

Was haben alte Fischernetze und Kaffeesatz gemeinsam? Aus ihnen lässt sich neue Outdoor-Bekleidung produzieren. Das Thema Nachhaltigkeit ist eines der Hauptthemen auf der Münchner Messe Outdoor.

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Kaffeesatz, das wissen Hobby-Gärtner, dient als Rosendünger. Doch der Bio-Abfall wird auch im großen Stil zur Textilproduktion eingesetzt. Aus recyceltem Kaffeesatz wird einerseits Öl gewonnen, das Erdöl ersetzen kann. Andererseits wird Kaffeesatz zu Fasern verarbeitet. Das soll geruchshemmend wirken. Kein Schweißgeruch mehr in T-Shirts, sagen die Hersteller. Der "Rohstoff" stammt unter anderem von einer großen US-Kaffee-Kette. Aus alten Fischernetzen gewinnt ein italienischer Hersteller eine Faser, die wieder verwendet werden kann. Die Öko-Nylonfaser wird unter anderem von Schuh-Firmen oder Bademoden- Herstellern verwendet.

Outdoor-Branche: geringer Umsatzrückgang

In den vergangenen Jahrzehnten erzielte die Branche ein rasantes Wachstum, es lag im zweistelligen Bereich. Die Kauflust ist etwas gesunken. Im vergangenen Jahr setzten die Hersteller von Bekleidung und Ausrüstung für Wanderer, Bergsteiger und andere Outdoor-Sportler in Europa 5,8 Milliarden Euro um, ein Prozent weniger als im Vorjahr, so Arne Strate, Generalsekretär des Branchenverbands European Outdoor Group (EOG). Ob Mountainbiking oder Wassersport, die Deutschen geben im Jahr 13,6 Milliarden Euro für sportliche Aktivitäten im Freien aus, berichtet die Messe München.

"Es gibt noch viel Potenzial für Outdoor, vor allem, wenn man den Bereich etwas breiter sieht. Nicht nur am Lagerfeuer sitzen und ein bisschen wandern." Klaus Dittrich, Messe München

Messe erstmals in München

Rund 1.000 Aussteller aus 35 Ländern sind auf der Messe München vertreten. Es ist Europas größte Fachmesse für die Outdoor-Branche. Die Messe fand früher in Friedrichshafen in Baden-Württemberg statt, ist aber auf Wunsch der Industrie nach München umgezogen.

Sie zeigt fast alles, was man draußen unternehmen kann. Zum Beispiel den Trendsport "Bikepacking“, Radreisen mit minimalem Gepäck. Übernachtet wird im Zelt oder ganz im Freien. Anstelle eines Gepäckträgers wird das Fahrrad mit Taschen bestückt - eine alternative Form des Reisens, abseits vom Massentourismus.

Kletterer sorgen für neue Wachstumschancen

Neue Wachstumschancen sieht die Branche im Indoor-Bereich: Nach Angaben des deutschen Alpenvereins gibt es in Deutschland rund 500.000 Sportkletterer und Boulderer, bei anhaltend steigender Tendenz. Passend dazu erleben die Kletter- und Boulderhallen in den Städten einen regelrechten Boom. Seit 2010 werden deutschlandweit durchschnittlich 24 Anlagen pro Jahr eröffnet. Einen deutlichen Zuwachs erhofft sich die Branche auch von den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio, dann ist Klettern erstmalig Teil der Veranstaltung.

Events und Aktivitäten für jedermann: OutDays

Im Rahmen der Messe gibt es im Großraum München zahlreiche Veranstaltungen, an denen jeder teilnehmen kann: von geführten Wanderungen bis zum Material-Test. Dazu Filmabende und Camper-Touren.