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Osram wirbt bei Anlegern für Übernahme – IG Metall skeptisch | BR24

© BR/Karsten Böhne

Osram steht vor der Übernahme durch AMS aus Österreich: Auf der Hauptversammlung hat der Vorstand noch einmal dafür geworben. Doch bei einigen Aktionären stößt das auf Kritik – und vor allem die IG Metall fürchtet weiter eine Zerschlagung.

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Osram wirbt bei Anlegern für Übernahme – IG Metall skeptisch

Osram steht vor der Übernahme durch AMS aus Österreich: Auf der Hauptversammlung hat der Vorstand noch einmal dafür geworben. Doch bei einigen Aktionären stößt das auf Kritik – und vor allem die IG Metall fürchtet um Jobs.

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Als sich die Aktionäre von Osram vor einem Jahr zur Hauptversammlung trafen, ging es vor allem um eine Frage: Wie geht es weiter mit dem Münchner Lichtkonzern, der in der Krise steckt? Dabei standen vor allem zwei Namen für eine mögliche Übernahme im Raum: Die der US-Investoren Bain und Carlyle.

Ein Jahr später ist zumindest klar, welchen Weg Osram nimmt: Nicht den der Amerikaner, sondern den des österreichischen Chipherstellers AMS. Dieser hat sich 60 Prozent an dem Unternehmen gesichert. Doch die Hauptversammlung verlief nicht weniger angespannt, denn diesmal ging es um die Frage: Wie genau geht es weiter?

AMS könnte Teile von Osram auch verkaufen

AMS hat angekündigt, sich bei Osram alle Optionen offen zu halten – das heißt, sich theoretisch auch von Teilen des Unternehmens zu trennen. In jedem Fall aber streben die Österreicher einen sogenannten "Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag" an – damit könnten sie auf die kompletten Finanzmittel von Osram zugreifen.

Dazu braucht AMS die Zustimmung einer Mehrheit von mindestens 75 Prozent auf einer außerordentlichen Hauptversammlung. Auf dem Aktionärstreffen heute lagen die Stimmrechte allerdings noch bei den alten Eigentümern – das gilt so lange, bis die Übernahme abgeschlossen ist.

Osram-Vorstand wirbt noch einmal für Übernahme

Die Hauptversammlung dürfte das letzte reguläre Treffen für Osram als eigenständiges Unternehmen gewesen sein. Vorstandschef Olaf Berlien warb dabei noch einmal für AMS. Gemeinsam könne man einen europäischen Weltmarktführer für Sensorlösungen und Photonik schaffen, so Berlien.

"Wie gut gelingt es uns, die beiden Unternehmenskulturen zu vereinen? Die Osram-Kultur auf der einen Seite, über 114 Jahre gewachsen, mit starken bewährten Prozessen. Die AMS-Kultur auf der andren Seite, geprägt von Agilität und schlanken Strukturen." Osram-Vorstandschef Olaf Berlien

Zunächst müssen noch die Kartellbehörden zustimmen. Bis zum Vollzug der Übernahme könnte es noch mehrere Monate dauern.

Kritik von IG Metall an Osram-Übernahme

Die Unternehmensleitung musste sich auf der Hauptversammlung allerdings auch Kritik an ihrem Plan anhören. Einige Aktionäre warnten davor, dass Osram zerschlagen werden könnte – eine Sorge, die auch die IG Metall teilt. Klaus Abel von der Gewerkschaft befürchtet, dass AMS nur an der Halbleitersparte der Münchner interessiert sein könnte.

Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) konnte der Übernahme aber auch Positives abgewinnen: "AMS hat strategisch einen Sinn – mehr als ein Hedgefonds, der nur auf die Zerschlagung aus ist."