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Osram-Übernahme gescheitert | BR24

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Die geplante Übernahme des Münchner Lichtkonzerns Osram ist geplatzt. Der österreichische Sensor-hersteller AMS hat das selbst gesetzte Ziel verfehlt, 62,5 Prozent der Osram-Anteile unter seine Kontrolle zu bringen.

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Osram-Übernahme gescheitert

Die geplante Übernahme des Münchner Lichtkonzerns Osram ist geplatzt. Der österreichische Sensorhersteller AMS hat das selbst gesetzte Ziel verfehlt, 62,5 Prozent der Osram-Anteile unter seine Kontrolle zu bringen.

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Die Übernahme von Osram ist vom Tisch - vorerst jedenfalls. Der österreichische Chip-Hersteller AMS konnte nicht genügend Osram-Aktionäre von seinem 4,5 Milliarden Euro schweren Angebot überzeugen, wie das Unternehmen aus Premstätten bei Graz am Abend einräumte.

Die Österreicher hatten gefordert, dass ihnen mindestens 62,5 Prozent der Osram-Anteile angedient würden. Tatsächlich nahmen nur 51,6 Prozent die Offerte von 41 Euro je Aktie an. Die Osram-Aktie rutschte anschließend im außerbörslichen Handel sofort ab.

AMS will Osram immer noch

AMS ist allerdings mit 19,99 Prozent inzwischen größter Aktionär von Osram und gibt den Plan einer Übernahme noch nicht auf.

"Mit der Unterstützung der AMS-Aktionäre prüft AMS strategische Optionen, um die Akquisition von Osram, die ein stärkeres kombiniertes Unternehmen schafft, auf Basis seiner Aktionärsposition weiter zu verfolgen", hieß es in der Mitteilung.

Osram will aber lieber selbstständig bleiben: "Nach dem Scheitern der bisherigen Übernahmeversuche behalten wir jetzt unsere Eigenständigkeit und gestalten unsere Zukunft selbst", erklärte Olaf Berlien, Vorstandschef von Osram. Das Management des Münchner Beleuchtungsherstellers lud die AMS-Führung zu Gesprächen ein, "wie eine sinnvolle und für beide Unternehmen vorteilhafte Kooperation im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben aussehen könnte".

Osram-Vorstand und IG Metall hatten Bedenken

Osram-Vorstand und Aufsichtsrat hatten das Übernahmeangebot von AMS zwar befürwortet, aber mit so vielen Bedenken, dass dies vielfach als verstecktes Nein gewertet wurde. Eine Hauptsorge bei Osram war die Finanzierung. Denn um Osram übernehmen zu können, wollte AMS ungeachtet einer jetzt schon hohen langfristigen Verschuldung von mehr als 1,4 Milliarden Euro weitere Kredite in Höhe von knapp 3,9 Milliarden Euro aufnehmen.

Osram-Vorstandschef Olaf Berlien und der Aufsichtsratsvorsitzende Peter Bauer hatten sich entschieden, ihre eigenen Aktien nicht an AMS zu verkaufen. Die IG Metall lehnt eine Übernahme durch AMS ohnehin strikt ab, weil die Gewerkschaft eine Zerschlagung Osrams und den Verlust von Arbeitsplätzen fürchtete. Weltweit hat der Konzern 24.000 Mitarbeiter.

Osram schreibt Verluste

Die mehrwöchige Bieterschlacht war von den zwei US-Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle gestartet worden. Sie boten aber nur 35 Euro je Aktie und scheiterten, obwohl sie die Wunschkäufer der Osram-Führung waren.

Osram bleibt nun vorerst selbstständig, doch schreibt das Unternehmen Verluste. Wegen des rasanten technologischen Wandels in der Beleuchtungsbranche sind aber permanente Investitionen notwendig.