BR24 Logo
BR24 Logo
Wirtschaft

Osram-Mitarbeiter kämpfen um ihre Jobs | BR24

© BR / Xaver Scheffer

Protestaktion der Osram-Beschäftigten in München

1
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Osram-Mitarbeiter kämpfen um ihre Jobs

Fusionspläne und geplante Stellenstreichungen haben die Osram-Mitarbeiter in ganz Deutschland auf den Plan gerufen. Die IG Metall hatte zu einer Protestaktion aufgerufen. Lautstark zogen die Beschäftigten am Montag vor die Münchner Firmenzentrale.

1
Per Mail sharen
Teilen

Osram leidet unter der schwachen Nachfrage seiner wichtigsten Kunden in der Autoindustrie und schreibt rote Zahlen. Gegen den angekündigten Stellenabbau wehren sich die Beschäftigten an allen Standorten. Dem Protest-Aufruf der IG Metall und Arbeitnehmervertreter folgten am Montag hunderte Mitarbeiter.

Beschäftigte aus ganz Deutschland kamen nach München

Mit Trillerpfeifen und Transparenten mit der Aufschrift "Licht an statt aus" und "Osram braucht Perspektiven" machten rund 800 Osram-Mitarbeiter ihrem Unmut über die geplante Stellenstreichung Luft. Für ein Zukunftskonzept für Osram kamen sie mit Bussen aus ganz Deutschland, um vor der Firmenzentrale in München zu protestieren. Damit wollen sie sich gegen die geplante Stellenstreichung und die Übernahmepläne von AMS, einem österreichischen Sensorenhersteller wehren.

Stellenstreichungen auch in Bayern geplant

Am Aktionstag in München haben auch Beschäftigte aus den bayerischen Standorten München/Garching, Regensburg, Eichstätt, Schwabmünchen und Augsburg in ihrer Mittagspause teilgenommen. Auch in Berlin fand zeitgleich eine Protestkundgebung mit ca. 350 Mitarbeitern statt.

Die Konzernbetriebsratsvorsitzende Irene Weininger vom Standort Regensburg machte während der Kundgebung den Beschäftigten in München klar:

"Wir als Betriebsräte wollen weder Osram beerdigen oder abwickeln noch den Kampf um Eure und unsere Arbeitsplätze aufgeben. Wir sind bereit, mit der IG Metall um jeden einzelnen Arbeitsplatz zu kämpfen!" Irene Weininger, Osram Betriebsratsvorsitzende

Das Management versucht indes, seine Mitarbeiter zu beruhigen und kündigt an, bis 2022 werde es keinen Fusionsbedingten Stellenabbau geben. Für IG Metall Vorstand Klaus Abel ein Versprechen, das aus seiner Sicht nichts wert ist. Es sei nicht rechtssicher , sagte er dem BR, denn es gebe für den Konzern zu viele "Schlupflöcher".

Große Unsicherheiten bei der Belegschaft

Neben dem geplanten Arbeitsplatzabbau steht seit Monaten auch eine Übernahme durch den österreichischen Sensorspezialisten AMS im Raum. Nach dem Scheitern des ersten Übernahmeversuchs hatten Vorstand und Aufsichtsrat von Osram den Aktionären zuletzt empfohlen, das neue Angebot von AMS anzunehmen. Betriebsrat und IG Metall stellen sich gegen die Übernahme. Klaus Abel, Osram-Unternehmensbeauftragter der IG Metall sieht die Aktion als starkes Signal der Belegschaft.

"Das stärkt die Betriebsräte und uns als IG Metall für die kommenden Verhandlungen über die Zukunft von Osram." Klaus Abel, IG Metall Vorstand und Osram Aufsichtsratsmitglied

Rückschlag vor Gericht

Im Kampf gegen AMS erlitten die Arbeitnehmervertreter am Montag vor Gericht allerdings einen Rückschlag. Der Betriebsrat hatte dagegen geklagt, dass der österreichische Konzern kurz nach dem Scheitern seines ersten Übernahmeangebots eine zweite Offerte platzierte. AMS nutzte damit eine Lücke im Gesetz, das nach Auffassung der IG Metall zwei Offerten nacheinander eigentlich verbietet. Doch das Oberlandesgericht Frankfurt entschied nun, dass der Betriebsrat kein Recht habe, die Freigabe der zweiten Offerte durch die Börsenaufsicht Bafin anzufechten. Das Übernahmeangebot von AMS an die Osram-Aktionäre läuft bis 5. Dezember.

IG Metall nimmt den Osram-Vorstand in die Pflicht

Die IG Metall München will den Osram-Vorstand in die Pflicht nehmen und fordert ein Ende des "Kaputtsparens". Roberto Armelli IG-Metall Bevollmächtigter aus München fordert ein Zukunftskonzept mit Investitionen in innovative Produkte.

Das Unternehmen steckt in der Krise.

Nach einem Verlust von 343 Millionen Euro in dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Osram angekündigt, den Arbeitsplatzabbau fortzusetzen. Anders als die IG Metall nennt der Konzern dazu keine Zahl, sondern verweist auf die laufenden Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern. Diese befürchten, mit der geplanten Übernahme von Osram durch das österreichische Unternehmen AMS, die Zerschlagung von Osram. Der Konzern strebt nach eigenen Angaben sozialverträgliche Lösungen an.