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Online-Händler wie Amazon haben in der Corona-Krise kräftig zugelegt. Doch der stationäre Einzelhandel leidet auch unter anderen Beschränkungen.

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    Online-Handel nicht allein schuld am Ladensterben

    Die Corona-Pandemie verschärft die Lage der stationären Geschäfte. Der Handelsverband Bayern geht davon aus, dass 6.000 von 58.000 Läden die Krise nicht überleben werden. Diese Schätzung stammt allerdings noch von vor der zweiten Coronawelle.

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    Von
    • Ralf Schmidberger

    Es liegt nicht nur am Boom des Online-Handels, dass immer mehr Ladenbesitzer in den Innenstädten aufgeben, meint Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. Die Kommunen selbst hätten dafür gesorgt, dass die Menschen nicht mehr ins Zentrum kommen.

    "Die Städte haben ja die letzten 30 Jahre viele Betriebsformen, wie zum Beispiel den kompletten Lebensmittelhandel im Grunde an die Peripherie oder in die Vorstädte geschoben. Baumärkte, Gartenmärkte, Möbelhandel. Das sind alles Betriebsformen, Fachmärkte, die man nicht in der Innenstadt haben wollte." Gerrit Heinemann, Hochschule Niederrhein

    Die Folge: 80 Prozent des Einzelhandelsumsatzes werde im Schnitt außerhalb einer Innenstadt gemacht. Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern moniert, dass es zu wenig Parkplätze in den Zentren gibt.

    "Viele Kommunen haben ja ein Hauptpfund des stationären Einzelhandels, nämlich die Erreichbarkeit, stark eingeschränkt." Bernd Ohlmann, Handelsverband Bayern

    Es gibt also nicht nur eine Ursache für das Ladensterben. Die Geschäfte sind zum Teil schwer erreichbar, viele haben zu spät oder gar nicht auf die Internet-Konkurrenz reagiert. Und die Wünsche der Kunden haben sich geändert. Jetzt noch die Corona-Krise. So könnte es sein, sagt Ohlmann, dass in absehbarer Zeit in Bayern mehr als 6.000 Läden schließen müssen