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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Zhang Chenlin

Politisch zeichnet sich rund um die Olympischen Spiele in Peking ein harter Konflikt ab. Für die Sponsoren ist das eine haarige Situation. Ihr Investment gerät dadurch in Gefahr. Schweigen scheint eine mögliche Unternehmensstrategie zu sein.

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Olympia-Boykott hat wohl nur geringe Folgen für die Wirtschaft

Politisch zeichnet sich rund um die Olympischen Spiele in Peking ein harter Konflikt ab. Für die Sponsoren ist das eine haarige Situation. Ihr Investment gerät dadurch in Gefahr. Schweigen scheint eine mögliche Unternehmensstrategie zu sein.

Von
Johannes LenzJohannes Lenz
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Im Februar 2022 sollen die umstrittenen 24. Olympischen Winterspiele in Peking stattfinden. Chinas Olympia-PR-Maschine soll ein glanzvolles Image in die Welt transportieren. Und davon will auch der Allianz-Konzern als Sponsor profitieren. Viele Länder boykottieren die Spiele jedoch – diese Spannungen könnten auch auf die Wirtschaft übergreifen.

Politischer Boykott von Olympia erhöht Druck auf Sponsoren

Kurz vor den olympischen Winterspielen steht China wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik. Deshalb und wohl auch aus politischem Kalkül boykottieren die USA, Großbritannien und weitere Länder die Spiele politisch. Der diplomatische Boykott erhöht den Druck auf die Sponsoren wie den Allianz-Konzern. Könnte der Konflikt auch die deutsche Wirtschaft belasten?

Der Experte für Ostasienwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen, Prof. Markus Taube, beruhigt. "Ich glaube, ehrlich gesagt, dass der Boykott wenig wirtschaftliche Konsequenzen haben wird, ganz einfach, weil es eine Win-Win-Konstellation ist", sagt er. Der chinesischen Seite tue es zwar weh, aber man mache es der chinesischen Bevölkerung nicht bewusst. Und auf der europäischen und deutschen Seite könne man sagen: Man sei hart gewesen gegenüber den Chinesen.

Top-Olympia-Sponsor Allianz äußert sich nicht

Doch die Allianz als einer der Top-Sponsoren hält sich zurück: Medienberichte nach denen der Versicherer sein Sponsoring überdenken wolle, bestätigte der Konzern auf BR-Nachfrage nicht. Das liege wohl daran, wichtige Kundschaft nicht verprellen zu wollen, meint der China-Experte Taube. Wer in China Geld verdienen will, schweigt besser.

Erst Anfang des Jahres hatte China zu einem Boykott von H&M, Nike und anderen Unternehmen aufgerufen, als diese die Unterdrückung der Uiguren in Xinjiang kritisierten. Auch deshalb erwartet der China-Exerte Taube im Vorfeld der olympischen Spiele in Peking nur wenig offene Kritik aus der Unternehmenswelt.

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