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Ökonomen: Wirtschaftsaufschwung in Deutschland lässt nach | BR24

© MEV / Claude Alberth

Schiffscontainer am Hamburger Hafen

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    Ökonomen: Wirtschaftsaufschwung in Deutschland lässt nach

    Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr wohl einen kräftigeren Rückschlag erleiden als erwartet. Auch wegen der zweiten Coronawelle. Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognosen gesenkt.

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    In ihrem Herbstgutachten für die Bundesregierung korrigierten die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute für dieses und nächstes Jahr die Vorhersagen um jeweils gut einen Prozentpunkt nach unten. Sie erwarten nun für dieses Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 5,4 Prozent. Damit würde sich die deutsche Wirtschaft aber immer noch besser schlagen als in der Finanzkrise 2009, als es um 5,7 Prozent nach unten gegangen war.

    Lange Aufholjagd zum Vorkrisenniveau

    Für die Aufholjagd braucht es wohl einen langen Atem: An das vor Ausbruch der Pandemie erreichte Niveau wird man nach Ansicht der Forscher erst Ende 2021 wieder herankommen. Und erst ein Jahr später dürfte die deutsche Wirtschaft dann wieder normal ausgelastet sein. Im nächsten Jahr soll die Wirtschaftsleistung laut dem Gutachten nur um 4,7 Prozent zulegen, 2022 dann um 2,7 Prozent.

    "Mehrwertsteuersenkung als Konjunkturhilfe ungeeignet"

    Kritik übten die Ökonomen an einigen Corona-Hilfen der Regierung. Es sei fragwürdig, ob das im Juni beschlossene Konjunkturpaket notwendig gewesen und zweckmäßig sei, meinen die Forscher. Vor allem die auf das zweite Halbjahr befristete Mehrwertsteuersenkung halten sie für ungeeignet. Besser als die Mehrwertsteuersenkung wären gezielte Transfers an Haushalte und Firmen, die besonders hart von der Krise getroffen seien.

    Keine Finanzkrise in Sicht

    Eine neue Finanzkrise sehen die Forschungsinstitute nicht. Sie rechnen zwar mit deutlich mehr Insolvenzen in den kommenden Monaten. Die Banken seien aber vor der Krise gut mit Kapital ausgestattet gewesen und würden besser überwacht.

    Tourismus und Gastronomie angeschlagen

    Gebremst wird die Erholung der deutschen Wirtschaft derzeit zum einen durch jene Branchen, die in besonderem Maße auf soziale Kontakte angewiesen sind, etwa Gaststätten und Tourismus, das Veranstaltungsgewerbe oder der Luftverkehr. Dieser Teil der deutschen Wirtschaft werde noch längere Zeit unter der Corona-Pandemie leiden und erst dann am Erholungsprozess teilhaben, wenn Maßnahmen zum Infektionsschutz weitgehend entfallen, sagen die Forschungsinstitute.

    Weniger Investitionen

    Zum anderen bremst die Investitionszurückhaltung der Unternehmen den Aufschwung, weil sich deren Eigenkapitalpositionen durch die Krise vielfach verschlechtert haben. Maßgeblich getragen wird die Erholung von den Exporten, die im Zuge der Krise besonders drastisch eingebrochen waren.

    Wirtschaftsminister warnt vor zweitem Lockdown

    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) äußerte sich nach der Vorstellung des Herbstgutachtens optimistisch, dass nächstes Jahr ein kräftiger Aufschwung zu erwarten sei. Allerdings: "Dies alles steht unter dem Vorbehalt, dass sich die Corona-Infektionszahlen nicht unkontrolliert ausbreiten und ein zweiter Lockdown verhindert wird", so Altmaier.

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