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Das Statistische Bundesamt spricht von einer tiefen Rezession, mit der zehn Jahre des wirtschaftlichen Aufschwungs zu Ende gingen. Dazu gab es Einzelheiten aus der ersten Schätzung des Bruttoinlandsprodukts für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung.

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Ökonomen reagieren gelassen auf Corona-Rezession

Das Statistische Bundesamt spricht von einer tiefen Rezession, mit der zehn Jahre des wirtschaftlichen Aufschwungs zu Ende gingen. Dazu gab es Einzelheiten aus der ersten Schätzung des Bruttoinlandsprodukts. Ökonomen geben aber Entwarnung.

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Von
  • Felix Lincke
  • Gabriel Wirth

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im Corona-Krisenjahr 2020 massiv eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte. In der weltweiten Finanz-und Wirtschaftskrise 2009 war das BIP um 5,7 Prozent zurückgegangen.

Die privaten Ausgaben der Verbraucher brachen sogar um sechs Prozent ein. Die Exporte gingen um rund zehn Prozent zurück. Die niedrigeren Exporte und der schwache Konsum waren die beiden größten Belastungsfaktoren. Dramatisch auch der Rückgang der Investitionen, mit Ausnahme der Bauwirtschaft und auch der Einbruch bei den Staatseinnahmen wie bei den Steuern. Die entsprachen einem Rückgang der Einkommen.

Lage bleibt ungewiss

Dem Statistischen Bundesamt zufolge war die Lage auch zum Jahreswechsel im zweiten Lockdown extrem unsicher. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus hätten zuvor bereits nahezu alle Bereiche der Wirtschaft zum Teil massiv eingeschränkt, zum Beispiel in der Luftfahrt, im Tourismus und im Gastgewerbe. Auch die Messebranche und viele andere Dienstleister gerieten in einen Abwärtsstrudel. Kultur, Sport und Freizeit waren stark betroffen, ebenso wie Teile des Handels in geschlossenen Geschäften. Einige Branchen profitierten vom boomenden E-Commerce. Auch am Arbeitsmarkt endete mit Corona der langjährige Aufschwung, und die Beschäftigung war erstmals rückläufig.

Gelassene erste Reaktionen

Für Analysten und Wirtschaftswissenschaftler ist die erste BIP-Schätzung keine große Überraschung. Der Einbruch ist erwartet worden. So meint man bei der LBBW, dass man noch glimpflich davongekommen ist, angesichts der ersten Befürchtungen. Da man seit November wieder einen Lockdown haben, müsse man auch dieses Ergebnis als positive Überraschung werten.

Bei der Commerzbank spricht man vom Glück im Unglück. Offenbar habe die Stärke im exportorientierten verarbeitenden Gewerbe die Folgen des aktuellen Lockdowns ausgeglichen.

Insgesamt sind die Wissenschaftler und Analysten überwiegend zuversichtlich, dass es in diesem Jahr wieder aufwärtsgeht. Breit verfügbare Impfstoffe und eine wärmere Witterung würden früher oder später Lockerungen erlauben, heißt es bei Union Investment. Man gehe von einer kräftigen Wachstumserholung ab dem zweiten Quartal aus.

Ökonomen erwarten Erholung

Nachholeffekte im Konsum sorgten dann für zusätzliche Dynamik. Durch den neuen Shutdown wird sich die Erholung in diesem Jahr verzögern, heißt es warnend beim Ifo-Institut. Aber auch die Münchner Ökonomen erwarten, dass im Durchschnitt das Bruttoinlandsprodukt 2021 um etwa 4,5 Prozent zulegt.

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