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Prof. Dr. Marcel Fratzscher (Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, DIW Berlin) im März in einer ARD-Talkshow.

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    Globale Mindeststeuer: Deutschland laut DIW großer Gewinner

    Amazon oder Facebook verdienen weltweit Milliarden, doch zahlen oftmals kaum Steuern. Nun haben sich die G7-Staaten auf eine globale Mindeststeuer geeinigt. Deutschland profitiert laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung davon enorm.

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    • BR24 Redaktion

    Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, sieht in der Einigung der G7-Staaten auf eine globale Mindeststeuer große Vorteile für Deutschland. "Deutschland gehört zu den größten Gewinnern der globalen Mindestbesteuerung: Sie wird viele Milliarden Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen in die Staatskasse spülen", sagte er der "Augsburger Allgemeinen".

    Schutz für Mittelstand und Arbeitsplätze

    Das Abkommen werde vor allem den deutschen Mittelstand gegenüber unfairem Wettbewerb von multinationalen Konzernen schützen und damit auch Arbeitsplätze in Deutschland sichern, führte Fratzscher aus. "Ultimativ werden nicht nur die Steuerzahler von diesem Abkommen profitieren, sondern auch die Konsumenten, denn ein fairer Wettbewerb führt zu besseren Produkten und niedrigeren Preisen."

    Keine Steuersenkungen für Firmen mehr nötig

    Insgesamt bewertete Fratzscher die G7-Einigung als wichtigen Schritt, "um den Unterbietungswettbewerb bei Steuern für Unternehmen zu beenden". Zugleich hofft er auf eine innenpolitische Wirkung: Das Abkommen "sollte nun in Deutschland auch die Debatte über Steuersenkungen für Unternehmen beenden". Es bestehe keine Notwendigkeit mehr, die Unternehmenssteuern weiter zu senken, "zumal diese schon in den letzten Jahrzehnten gesunken sind".

    DIW-Chef will Entlastung für Steuerzahler

    Die Bundesregierung sollte die Einigung Fratzschers Meinung nach nutzen, "um den schleichenden Prozess der Umverteilung der Steuerlast von Unternehmen hin zu Bürgerinnen und Bürgern zu beenden und umzudrehen". Das Abkommen sei eine Chance, Arbeit steuerlich zu entlasten, vor allem für Menschen mit mittleren und geringen Einkommen.

    Historische Einigung der G7-Staaten

    Die Finanzminister der G7-Staaten hatten sich zuvor auf das Ziel einer globalen Unternehmenssteuer für Google, Facebook und Co. von mindestens 15 Prozent verpflichtet. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und seine Kollegen sprachen von einer "historischen" Einigung.

    (Mit Material der Agenturen AFP und dpa)

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