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OECD-Studie: Deutschland für Fachkräfte nur bedingt attraktiv | BR24

© picture alliance / Kristin Bethge/dpa

Albanischer Krankenpfleger in der Charité

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OECD-Studie: Deutschland für Fachkräfte nur bedingt attraktiv

Deutschland benötigt dringend den Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte – bietet aber laut einer OECD-Studie nicht die Voraussetzungen dafür: Die Bundesrepublik landet aus mehreren Gründen auf Rang zwölf von mehr als 30 Industriestaaten.

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Deutschland ist in puncto Attraktivität für Fachkräfte aus dem Ausland nur Mittelmaß, wie eine aktuelle Studie zeigt. Die Bundesrepublik belegt in einem Ranking der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), das von der Bertelsmann-Stiftung erarbeitet wurde, nur Rang zwölf von mehr als 30 Industriestaaten.

Für die Studie wurden unter anderem berufliche Chancen, Einkommen und Steuern, Kompetenzumfeld, Möglichkeiten für Familienmitglieder und Lebensqualität im jeweiligen Land gegeneinander aufgewogen. Im Ergebnis zeigten sich in Deutschland vor allem eher schlechte berufliche Chancen: Ausländische Abschlüsse werden auf dem deutschen Arbeitsmarkt meist nicht voll anerkannt – insbesondere, wenn sie aus Ländern außerhalb der EU stammen. In der Folge sind die zugewanderten Akademiker häufig in Jobs tätig, die nicht ihrem Qualifikationsniveau entsprechen.

Attraktiv für Studierende und Gründer

Als Studienplatz schneidet Deutschland hingegen besser ab: Nach der Schweiz und Norwegen kommt die Bundesrepublik demnach auf Platz drei der attraktivsten Zielorte für Studierende.

Bei Unternehmensgründern rangiert Deutschland auf Rang sechs. Nur die Einwanderungsländer Kanada und Neuseeland sowie die Schweiz, Schweden und Norwegen bieten demnach bessere Bedingungen für aufstrebende Geschäftsleute.

Die Arbeitslosenquote für zugewanderte Akademiker liegt mit sieben Prozent leicht über dem OECD-Durchschnitt.

Verbesserungspotenzial bei Visa-Erteilung

Verbesserungspotenzial sehen die Verfasser der Studie nicht nur beim deutschen Einwanderungsgesetz, dessen Rahmenbedingungen beim heutigen Spitzentreffen im Kanzleramt besprochen werden sollen.

"Viele Faktoren außerhalb der Migrationsgesetzgebung beeinflussen die Attraktivität eines Landes", sagt Stefano Scarpetta, OECD-Direktor für Beschäftigung, Arbeit und Soziales. "Für Fachkräfte ist die Geschwindigkeit der Visaerteilung ein wichtiger Faktor, aber für viele Hochqualifizierte sind auch die Rahmenbedingungen für Partner und Kinder wichtig."

© BR

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