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Nürnberger ZF-Mitarbeiter demonstrieren gegen Stellenabbau | BR24

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Rund 100 Beschäftigte des Automobilzulieferers ZF haben in Nürnberg protestiert. Das Unternehmen will weltweit 15.000 Arbeitsplätze streichen.

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Nürnberger ZF-Mitarbeiter demonstrieren gegen Stellenabbau

Auch die Nürnberger Mitarbeiter des Automobilzulieferers ZF wehren sich gegen den geplanten Stellenabbau: Knapp 100 Beschäftigte der Frühschicht waren zu einer Kundgebung der IG Metall gekommen und danach in einem Autokorso zum ZF-Werk gefahren.

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Knapp 100 Mitarbeiter des Automobilzulieferers ZF haben in Nürnberg am Donnerstag (25.06.20) gegen den geplanten Stellenabbau des Unternehmens protestiert. Nach Schichtende fuhren die Beschäftigten der Frühschicht zu einer Kundgebung an der Meistersingerhalle und danach in einem Autokorso zum ZF-Werk im Nürnberger Süden. Damit beteiligten sie sich an der bundesweiten Aktionswoche der IG Metall.

ZF plant massiven Stellenabbau

Hintergrund der Aktion ist der von ZF geplante massive Stellenabbau: Der Automobilzulieferer will weltweit 15.000 Arbeitsplätze streichen, die Hälfte davon in Deutschland. Im Bundesgebiet arbeiten rund 50.000 Menschen für ZF, davon mehr als 18.000 in Bayern.

ZF fordert auch Verzicht auf Sonderzahlungen

Insbesondere angesichts der Staatshilfen, die ZF im Rahmen der Coronakrise von der Bundesregierung erhält, ist die Gewerkschaft IG Metall über die Pläne zum Stellenabbau entsetzt. "ZF hat nicht nur verkündet, dass sie Personal abbauen will, sondern auch, dass in der momentanen Lage das Geld knapp wird. Deshalb wollen sie von den Beschäftigten, dass sie auf Sonderzahlungen verzichten, wie zum Beispiel Urlaubs- und Weihnachtsgeld", sagte Roland Wehrer, zuständiger Gewerkschaftssekretär für ZF Nürnberg.

© BR-Studio Franken/Moritz Schlenk

Die IG Metall plant noch weitere Aktionen, um den Stellenabbau bei ZF abzuwenden.

IG Metall plant weitere Protestaktionen

Die IG Metall will mit ZF zunächst eine Nachfolgeregelung zur Kurzarbeit aushandeln, die Ende Juni ausläuft. In der Folge will die Gewerkschaft sowohl den drohenden Personalabbau abwenden als auch den Verzicht der Beschäftigten auf Sonderzahlungen verhindern. "Natürlich denken wir darüber nach, dass diese Aktionen, die jetzt stattfinden und bundesweit in allen Werken stattfinden, noch kein Ende haben", so Wehrer. "Wir müssen da schon noch ein bisschen mehr Druck aufbauen und überlegen uns, wie wir in der nächsten Zeit noch weitere Aktionen starten."

Bereits Anfang der Woche haben mehrere Hundert Beschäftigte in Aschaffenburg gegen die Pläne der Geschäftsleitung demonstriert. Am Mittwoch fanden Aktionen in Passau und Bayreuth statt.

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