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Rund 150 streiken am Nikolaustag bei Amazon in Graben.
© BR / Johannes Hofelich

Autoren

Anna Klein
Beate Mangold
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Rund 150 streiken am Nikolaustag bei Amazon in Graben.

Seit 2013 kämpfen die Mitarbeiter von Amazon in Graben gemeinsam mit der Gewerkschaft Ver.di für existenzsichernde Tarifverträge. Da der Online-Versandhändler besonders in der Vorweihnachtszeit starke Umsätze macht, ruft die Gewerkschaft die Mitarbeiter nun auch am Nikolaustag zum Ausstand auf.

Ab der Frühschicht wird gestreikt

Laut Streikleiterin Sylwia Lech arbeiten in Graben derzeit 1.800 Mitarbeiter. Der Betrieb zum Weihnachtsgeschäft werde inzwischen nur noch mit zwei Schichten gefahren, weil Amazon europaweit neue Logistikzentren errichtet.

Weihnachtsgeschäft verteilt sich

„Amazon lernt aus den Streiks“, sagte Gewerkschaftssekretärin Lech von ver.di. Für die Mitarbeiter sei das allerdings kaum von Vorteil: Der Logistikriese habe den Lohn zwar leicht erhöht und durch die zusätzlichen Standorte verteilt sich die saisonale Mehrarbeit. „Aber fair ist das nicht“, mahnte Lech.

Weihnachtsgeld als Köder?

In Graben versuchte das Unternehmen, die Mitarbeiter mit einer Jahreszahlung davon abzuhalten, in Streik zu treten. „Dieses 08/15-Weihnachtsgeld ist eine Köderzahlung“, kritisierte Gewerkschaftssekretärin. Seit 05.15 Uhr sind trotzdem rund 150 Mitarbeiter in den Ausstand getreten. Die Gewerkschaft spricht von 200 Streikenden, Amazon selbst von 40 Beschäftigten in der Frühschicht.

Amazon wehrt sich gegen Tarifvertrag

Denn die Streiks bei Amazon zeigen Wirkung, laut Gewerkschaft hätten sich die Arbeitsbedingen insgesamt verbessert. Einem Tarifvertrag möchte sich der weltweit größte Online-Versandhändler aber nicht anschließen. Das Argument dagegen sind Leistungen wie die Jahressonderzahlung, variable Bonuszahlungen und eine betriebliche Altersvorsorge – ein Tarifvertrag sei deshalb laut Amazon gar nicht notwendig.

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Anna Klein
Beate Mangold

Sendung

Regionalnachrichten aus Schwaben vom 06.12.2018 - 06:30 Uhr