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Nicht ohne meine "Leni": tragbare Bierbank-Lehne aus Weißenburg | BR24

© BR/Annika Svitil

Die tragbare Rückenlehne von Andreas Hemmeter aus Weißenburg entstand aus der Idee seines Schwiegervaters.

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Nicht ohne meine "Leni": tragbare Bierbank-Lehne aus Weißenburg

Aus dem Wunsch seines Schwiegervaters wurde ein kleines Unternehmen: Andreas Hemmeter baut Rückenlehnen für Bierbänke, die man einfach einpacken und mitnehmen kann. Was sich typisch bayerisch anhört, kommt sogar in Hamburg an.

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In Andreas Hemmeters Garten im mittelfränkischen Weißenburg sind die tragbaren Rückenlehnen auch mal auf der kleinen Biergarten-Garnitur seiner Söhne montiert. Gemacht sind sie aber für die Originalgröße der Garnituren.

Lehne in Form eines bayerischen Wirtshausstuhls

Die Idee, Rückenlehnen für Bierbänke zu bauen begann mit einer Bestellung seines Schwiegervaters, der sich immer wieder über unbequeme Bierbänke beklagte. Also sollte der gelernte Werkzeugbauer eine Rückenlehne bauen, die sich in Kirchweihzeiten an einer Bierbank befestigen und danach wieder mitnehmen lassen kann. Gesagt, getan: die tragbare Lehne hielt und wurde schnell zum Hingucker.

Nach der positiven Rückmeldung beschloss Andreas Hemmeter den Prototypen seines Schwiegervaters zu verfeinern. Eine Lehne in Form eines klassischen Wirtshausstuhles war das Ergebnis, in der Mitte ein Herz für die Optik, aber auch als Tragegriff. Der Erfinder patentierte seine Rückenlehne, die fortan "Mei Leni" heißen sollte und gründete ein kleines Unternehmen. Das ist nun zweieinhalb Jahre her. Was zunächst nebenher laufen sollte, ist inzwischen ziemlich groß, gibt Andreas Hemmeter zu.

Herstellung in Werkstatt der Lebenshilfe

Andreas Hemmeter entwickelt Werkzeuge in den Weißenburger Werkstätten der Lebenshilfe. Dort kann er auch seine tragbare Bierbanklehne herstellen. Da hier auch Bierbänke gefertigt werden, kann er die Reste der Bierbänke für das Rückenteil recyceln. Dieses wird zuerst in einer CNC-Fräse ausgefräst. Das für die Lehne typische Herz wird dann ausgesägt und die Kanten abgerundet. Entweder bleibt die Lehne in naturfarben oder wird von der Nichte des Erfinders dunkel gestrichen. Auch das Scharnier für die Halterung wird in den Werkstätten gefertigt. Alles zusammengeschraubt und mit dem in Holz gebrannten Logo versehen ergibt dann die "Mei Leni". Also ganz schön viel Handarbeit.

Bierbank-Lehne ist Bayernbotschafter

Mehr als hundert Stück der tragbaren Rückenlehnen gingen schon zu einem Getränkehändler nach Hamburg, erzählt der Erfinder. Aber auch so sieht man auf der Übersichtskarte der "Lenis" auf seiner Homepage, dass das nicht die einzige Bestellung außerhalb Bayerns war. Außerdem ist Hemmeter mit seiner tragbaren Lehne offiziell Bayernbotschafter. Das heißt, sein Produkt trägt wie einige anderen traditionellen Bräuchen oder Produkten Handwerks zur Kultur Bayerns bei.

Mit neun anderen kreativen Köpfen in Bayern wurde er für sein kreatives Handwerk von der Bayern Tourismus Marketing GmbH ausgezeichnet. Neben ihm sind zum Beispiel eine junge Töpferin aus dem Oberallgäu, ein Wandkünstler aus Regensburg oder eine Glasbläserin aus dem Bayerischen Wald.

Wegen Corona: Hoffen auf Biergartensaison 2021

Irgendwann nur noch die Bierbanklehnen herzustellen, steht aktuell nicht zur Debatte. Allerdings plant Andreas Hemmeter weiter, denn momentan gibt es die "Mei Leni" nur in einer Form. Was genau kommen soll, will er noch nicht verraten. Aktuell hofft er auf eine unbeschwerte Kirchweih- und Biergartenzeit 2021. Denn die ist coronabedingt genauso wie sämtliche Messen, auf der er mit seiner "Leni" gewesen wäre, ausgefallen.

© BR

Ohne Rückenlehne kann es auf einer Bierbank schnell ungemütlich werden. Andreas Hemmeter hat dafür eine Lösung: Er hat eine Lehne erfunden, die man einfach einpacken und überall hin mitnehmen kann.

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